9. April 2019 151 Views

Monatsbericht GREIFF special situations Fund – März 2019

Widmen wir uns zunächst dem allgemeinen M&A-Geschehen: Auf Sektorenebene ist vor allen Dingen im Gesundheitssektor (Celgene/ Bristol Myers Squibb) und im Segment der Goldminen (Goldcorp/ Newmont Mining) gesteigertes Kaufinteresse auszumachen. Alles in allem legte der globale Markt für Fusionen und Übernahmen in 2019 mit einem Volumen von 927 Mrd. USD den zweitbesten Jahresstart aufs Parkett. Gegenüber den fulminanten Deal-Aktivitäten im Vergleichszeitraum des Vorjahres bedeutet dies zwar einen Rückgang um 17 Prozent, die Steigerung von 22 Prozent zum Vorquartal zeigt allerdings, dass der Appetit der Käufer wieder zurückkehrt. In Deutschland wird über den Zusammenschluss zwischen Deutsche Bank und Commerzbank spekuliert. Ansonsten köchelt der Übernahmemarkt derzeit eher auf kleiner Flamme. Seit Monaten auf dem Vormarsch sind die Finanzinvestoren und dies selbst bei größeren Transaktionen. Weltweit steigt auch die Zahl aktivistischer Investoren, die ebenfalls M&A-Aktivitäten schüren. In den ersten zehn Monaten 2018 zielte bereits jede fünfte Kampagne dieser Investoren auf M&A-Transaktionen ab.

 

 

Wie Sie als Investoren oder geneigte Interessenten unseres Investmentansatzes jedoch wissen, entscheidet nicht die Quantität, sondern die Determinanten einer Übernahmesituationen über einen Einstieg und die Möglichkeit, Gewinne zu erwirtschaften. Es ist daher kein Widerspruch in sich, dass sich auch im März 2019 der Baustein EVENT erneut als gute Performancequelle erwies. Ein Beleg hierfür war der Kauf des britischen Satellitenbetreibers Inmarsat. Ein Konsortium um die Beteiligungsgesellschaften Apax Partners und Warburg Pincus sowie die Pensionsfonds Canada Pension Plan Investment Board (CPPIB) und Ontario TeachersPension Plan Board (OTPPB) bietet umgerechnet drei Milliarden EUR für das an der Londoner Börse gelistete Unternehmen. Nachdem eine gegenseitige einvernehmliche Zustimmung für den Kauf erzielt wurde, stiegen die Aktien rund 9%. Zur Erinnerung: Der Vorstand hatte im vergangenen Jahr eine 2,87 Mrd. EUR schwere Offerte des US-Rivalen EchoStar abgelehnt. Eine Rückkehr des Konkurrenten an den Verhandlungstisch ist nach unserer Einschätzung nicht ausgeschlossen und falls ja, dürften weitere Kursgewinne die logische Konsequenz sein.

Bei Uniper mehren sich die Zeichen, dass auf absehbare Zeit ein weiterer Schritt in Richtung Komplettübernahme erfolgen könnte. Der zweitgrößte Aktionär Elliott schlägt daher eine außerordentliche Hauptversammlung vor, auf der ein Beherrschungsvertrag die anhaltende Unsicherheit bei Uniper auflösen sollte. Der Aktienkurs stieg in der Folge auf neue Jahreshochs. Bei der schwedischen Modern Times Group steht im März die Aufspaltung in zwei Unternehmensbereiche an. Unter dem alten Namen werden nun die eGaming- und eSports-Aktivitäten weitergeführt, während unter dem Dach der Nordic Entertainment Group, kurz NENT, die Rundfunk- und OTT-Dienste weitergeführt werden. Erste Indikationen deuten auf Kursgewinne hin.

Zum Auslaufen der Quartalssaison berichten oftmals die Werte aus der „zweiten und dritten Reihe“. In der Regel handelt es sich dabei um Unternehmen aus den Bausteinen SAFETY bzw. Special Situations. Das präsentierte Datenmaterial war unter dem Strich mehr als solide, angefangen bei Data Modul und DMG Mori mit Rekordzahlen, einer deutlichen Stabilisierung bei Homag oder aber auch operative Fortschritte bei Stada. Und auch der Ausblick auf die kommenden 12 Monate stimmt ebenfalls zuversichtlich. Der Wermutstropfen an der aktuellen Situation lässt sich gut an den Aktien von Syzygy, einem Technologie- und Mediadienstleister rund um digitales Marketing, festmachen. Die Aktien haussierten nach Bekanntgabe erstklassiger Geschäftszahlen und Gewinnung prominenter Neukunden. Das derzeit negative Sentiment für Nebenwerte sorgt allerdings nur für kurzfristige Euphorie, die nach wenigen Handelstagen wieder komplett verflogen ist. Mittel- bis langfristig bauen sich gerade bei solchen Aktien mit der Option auf „Corporate Action“ interessante Renditepotenziale auf.

Aus der Welt der Nachbesserungsrechte und Spruchstellenverfahren:

Das Spruchverfahren um Reply Deutschland AG wurde zwischenzeitlich per Vergleich beendet.
Die Barabfindung wurde auf 10,00 EUR und der Ausgleich auf 0,60 EUR je Aktie erhöht. Zur Erinnerung: Im Juni 2010 hatte die Reply Deutschland AG mit der Reply S.p.A. als herrschende Gesellschaft einen Beherrschungsvertrag abgeschlossen. Der Beherrschungsvertrag sah eine feste Garantiedividende in Höhe von brutto 0,53 EUR und eine Barabfindung in Höhe von 8,17 EUR je Stückaktie der Reply Deutschland AG vor. Für den Greiff special situations Fund bedeutet dies ein ausserordentlicher Ertrag von 134.049,23 EUR, was 5 Basispunkten auf Gesamtportfolioebene entspricht. Die Nachzahlung auf die Ausgleichszahlung steht noch aus, ebenso wie für MAN. Auch hier werden dem Fonds nochmals rund 40.000 EUR als außerordentlicher Ertrag zufließen. Kleinvieh macht ja bekanntlich auch Mist.

 

Mehr Informationen zum Fonds erhalten Sie hier: https://www.greiff-ag.de/de/fonds/greiff-special-situations-fund

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