Monatsbericht GREIFF special situations Fund – Mai 2019

Obwohl der M&A-Markt in den letzten Wochen nur auf kleiner Flamme köchelte, zeichnen sich mit Blick auf den deutschen Kapitalmarkt perspektivisch interessante Konstellationen ab. Und das sogar bei DAX-Schwergewichten:

Thyssen-Krupp hatte eigentlich seine Stahlsparte mit jener des indischen Konkurrenten Tata zusammenlegen und das Unternehmen insgesamt in zwei Teile zu einem Industrie- und einen Werkstoffkonzern aufspalten wollen. Nun drehte der Vorstandsvorsitzende Guido Kerkhoff den Plan zurück, und nur das Stahlgeschäft soll als fester Kern übrig bleiben. Die weiteren Geschäftsbereiche sollen ausgelagert werden: Entweder per IPO an die Börse oder für Partnerschaften. Auch Siemens schrumpft sich weiter klein: Nach Epcos, Infineon, Osram und Healthineers folgt nun die Energiesparte („Gas & Power“) im kommenden Jahr, die via eines „Spin-offs“ an die Börse gebracht werden soll. Dies entspricht einem Umsatz von immerhin rund 27 Milliarden EUR und damit in etwa einem Drittel der Konzernerlöse. Last but not least finden Gespräche zwischen dem Medienkonzern Springer und dem US-Investor KKR statt, und die Börse feiert die mögliche strategische Beteiligung postwendend mit deutlichen Kursaufschlägen. Die Amerikaner erwägen, zusammen mit Beteiligungsgesellschaften von Friede Springer und Vorstandschef Mathias Döpfner, ein Kaufangebot für die restlichen Springer-Aktien vorzulegen. In Europa zeichnet sich darüber hinaus ein Mega-Merger ab: Fiat Chrysler hatte sein Ansinnen mitgeteilt, mit Renault zu fusionieren und damit zum weltweit drittgrößten Autohersteller aufzusteigen.

Im Segment SAFETY drängt der Großaktionär Accenture auf eine Komplettübernahme von SinnerSchrader. Nun wollen die Angelsachsen mit Delisting und damit verbundenem Pflichtangebot einen entscheidenden Schritt weiterkommen. Vermutlich dürfte der 6-M-VWAP in Höhe von 12,77 EUR pro Aktie bezahlt werden. Angesichts der guten Wachstumsperspektiven bei SinnerSchrader ist dies sicherlich kein attraktives Gebot!

Gescheitert ist innerhalb des Bausteins EVENT die Übernahme von Scout24, die Annahmequote von 50% +1 Aktie wurde nicht erreicht. Das Bieterkonsortium aus Hellman & Friedman sowie Blackstone hat sich demzufolge zurückgezogen und der Aktienkurs fiel – wenn auch nur kurze Zeit – um bis zu 10%. Diese Entwicklung hatte sich bereits einige Tage vor Ablauf der Offerte abgezeichnet, was das Fondsmanagement zum Anlass nahm, die kompletten Bestände an Scout24 über die Börse zu veräußern. Aus unserer Sicht war es nicht nachvollziehbar, weshalb der Aktienkurs am Übernahmepreis notierte und keinerlei Risiko eingepreist wurde. In Großbritannien hat Whitbread nun die Rahmendaten für den Aktienrückkauf bekanntgegeben. Knapp 25% der Aktien können bis Mitte Juli 2019 zu einem Maximalpreis von 5.000 Pence angedient werden. Die Aktie des Betreibers der Premier Inn-Kette weist unverändert und umso mehr im aktuellen Marktumfeld ein gutes Chance-Risiko-Verhältnis vor. Bei Oslo Bors heißt der Sieger Euronext, Konkurrent NASDAQ hat sich aus dem Bietergefecht zurückgezogen. Wer innerhalb der Andienungsphase seine Stücke einreicht, erhält für den Zeitraum eine Verzinsung von 6% p.a. Immerhin!

Neues gibt es auch im Segment der SPECIAL SITUATIONS zu vermelden: Wie erwartet ging es rund um den HV-Termin von Uniper turbulent zu. Am Tag vor der Hauptversammlung des Energiekonzerns zog Investor Paul Singer mit seinem Hedgefonds Elliott den Antrag auf Abschluss eines Beherrschungsvertrags zurück. Der Finanzinvestor ist laut letztem Stand mit knapp 18% an den Düsseldorfern beteiligt. Ebenfalls eine Rolle rückwärts machte Knight Vinke (Anteilseigner von 5%). Der Finanzinvestor wollte auf der HV von Uniper über die Abspaltung des russischen und des schwedischen Stromerzeugungsgeschäfts abstimmen lassen. Auch wenn die Motive der Finanzinvestoren für Ihren Rückzieher bisher unklar sind, bleibt das Basisszenario für eine Komplettübernahme durch den Großaktionär Fortum weiterhin intakt.

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