Wann bricht Gold aus?

Zentralbankschulden und Inflation zeigen mittlerweile dynamisch in die gleiche Richtung.
Noch nehmen die Marktteilnehmer die Zentralbanken beim Wort: Transitory.
Warum müssen sich Anleger jetzt trotzdem ernsthaft mit Investitionen in Silber- und Goldaktien befassen?

Finden Sie hierzu einen Marktkommentar der Earth Resource Investment Group von Georges Lequime.

STATUS QUO BEI GOLDAKTIEN: Relative Unattraktivität vorbei?

In den letzten 12 Monaten haben viele Fondsmanager wiederholt darauf hingewiesen, dass Goldaktien Rekordgewinne melden und die Bewertungen bei einem Kurs zum NAV oder bei einem Preis zu Cashflow oder auf Dividendenrenditebasis so attraktiv wie lange nicht mehr sind. Ein seit Monaten fallender Goldpreis, gepaart mit einer scharfen Sommerkorrektur zeigen, dass Anleger seit den Ankündigungen des Impfstoffdurchbruchs im Oktober 2020 „risk on“ sind und den Goldsektor, trotz höchster Attraktivität, tendenziell ignorieren. Gleichzeitig sehen wir eine nachhaltige Rallye im Industriemetallsektor.

Mit der Erholung des Goldpreises Anfang November sehen wir eine erste Opportunität, dass Investoren einen erneuten Fokus auf Silber- und Goldaktien legen.

Quelle: ERIG, Bloomberg

Obwohl der Goldpreis einige charttechnische Barrieren durchbrach, gab es (noch) sehr wenige Anschlusskäufe bei Goldaktien. Vermehrt werden wir gefragt, warum Anleger Goldaktien trotz ihrer attraktivsten Bewertungen aller Zeiten und in einem Umfeld, das Gold begünstigen sollte (steigende Inflation), nicht gerade jetzt kaufen.

Meine einfache Antwort ist, wir brauchen:

  • Eine längere Periode der Preiskonsolidierung auf dem Goldpreisniveau von 1.800 US$/oz oder eine weitere Aufwärtsbewegung, gepaart mit dem Glauben an weitere Anstiege. Die starken Rückgänge im August minderten das Anlegervertrauen. Ich sehe uns jetzt gerade in einer Phase der Preiskonsolidierung.
  • Die Unternehmen werden im Jahr 2022 damit beginnen, 15-20% Free Cashflow-Renditen (und Dividendenrenditen von 8-10%) sowie weitere Explorationserfolge zu erzielen.
  • Andere Anlageklassen und der breitere Aktienmarkt beginnen, an Wert zu verlieren. Viele Investoren sehen den Gold- und Silberabbau als zu komplex an, um geopolitische Risiken (zuletzt Mexiko und Peru) und steigende Kosten aufgrund der höheren Treibstoff- und Rohstoffpreise zu verstehen. Die Märkte sind im Moment sehr risikofreudig und Gold wird immer noch sehr stark als risikoscheues Asset angesehen.

Die jüngste Grafik der Scotiabank zeigt, was Goldaktien derzeit widerspiegeln: Goldaktien diskontieren derzeit einen um 20% niedrigeren Goldpreis in ihren Bewertungen. Und das ist der DURCHSCHNITT! Wir sehen (und halten im Earth Gold Fund UI) Goldaktien, die den Goldpreis auf bis zu 1.100 US-Dollar pro Unze diskontieren. Während sich derzeit niemand für diesen Sektor interessieren mag und die Handelsvolumina recht gering sind, häufen wir in diesen Aktien großartige Positionen an.

Sowohl der Goldpreis als auch die Aktien dürften kurzfristig angesichts der starken finanziellen Gesundheit des Goldminensektors und der Schnäppchen, die wir dort draußen sehen, volatil bleiben. Das scheint ein guter Zeitpunkt zu sein, gegen diese Rekordtief-Stimmung vorzugehen und nach einem schwierigen Jahr für Goldaktien, ein Engagement in Gold- und Silberaktien aufzubauen.

INSIDER GRAPHIK: Welthandel als Treiber für den Goldpreis ?

Die folgende Grafik ist eine der interessantesten, die ich in den letzten Jahren gesehen habe. Sie wurde mir von James Steel von HSBC in New York geschickt und zeigt das Verhalten von Gold mit der Dynamik im Welthandel (3 Monate gleitender Durchschnitt). Die Goldpreise neigen dazu, in Zeiten der Kontraktion des Welthandels zu steigen und in Zeiten überdurchschnittlichen Handelswachstums zu fallen, wenn auch oft mit einer Verzögerung. Ab 2019 verschlechterten sich die Handelsströme bis Ende 2020, während Gold im gleichen Zeitraum zur Erholung ansetze. Die Erholung des Handels – der recht robust war – hat dazu beigetragen, die Begeisterung für Gold zu dämpfen.  Wenn sich der Handel zu verschlechtern beginnt und die Ströme schrumpfen (was wir sehen – von einer sehr hohen Basis aus), wäre Gold wahrscheinlich gut unterstützt. Damit reagiert Gold auf das Tapering-Gerede in den USA und Europa. Man sollte meinen, dass sich die Trendlinien allein aufgrund der starken Erholung des Welthandels von einer sehr niedrigen Basis im Jahr 2020 in den kommenden Monaten nach unten bewegen werden.

Quelle: HSBC

GOLDPREIS, ZINSEN und INFLATION

Wir hören oft von Händlern, die aufgrund steigender Anleiherenditen gerne Gold shorten. Wenn wir jedoch in die 1970er Jahre zurückgehen, entwickelte sich der Goldpreis im Einklang mit steigenden Zinsen, nicht umgekehrt:

Der Schlüssel zu den Zinssätzen sind nicht so sehr die Nominalzinsen, sondern die Realzinsen. Was in den 1970er Jahren geschah, ist, dass die Nominalzinsen stiegen, um die steigende Inflation zu bekämpfen, wobei die Realzinsen für einen sehr langen Zeitraum negativ oder sehr niedrig blieben. Obwohl die allgemeine Überzeugung unter den Händlern ist, dass die Inflation, die wir derzeit sehen, vorübergehend ist (daher die Lücke, die wir unten sehen), bleiben die Realzinsen länger negativ, der Goldpreis sollte sehr gut unterstützt werden. In den letzten Wochen sahen wir, dass sich die Kluft zwischen dem Goldpreis und den Realzinsen wieder schließt:

Quelle:Capitalight

Wo stehen wir jetzt? Wenn die Stimmung gegenüber Gold so niedrig ist, ist es tendenziell der beste Zeitpunkt, sich die Aktien anzusehen – wie Ende 2015, und wir sind jetzt praktisch dort (Bullenmärkte enden, wenn die Stimmung am höchsten ist, nicht am niedrigsten!):


Georges Lequime (BSc (Eng) Mining)
Partner

Georges Lequime ist Fondsberater des Earth Gold Fund UI und des Earth Exploration Fund UI. Er ist ausgebildeter Bergbauingenieur und arbeitete vier Jahre lang für Anglo American in der südafrikanischen Gold- und Kohlebergbauindustrie.


Weitere Informationen zur aktuellen Rohstofflage erhalten Sie von Dr. Joachim Berlenbach bei der diesjährigen Fondstique, der digitalen Anlegermesse der Fondsboutiquen. Unter dem Titel „Kommt der Rohstoffsuperzyklus?“ startet die Diskussionsrunde am 7. Dezember 2021 um 9:45 Uhr mit Dr. Joachim Berlenbach und Volker Schilling. Melden Sie sich noch rechtzeitig an und erfahren Sie mehr zum Thema: Gold, Silber, Kupfer, Öl, Uran – eine Rohstoff-Standortbestimmung! Zur Anmeldung (hier klicken)


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