Wilde Kurssprünge an den Börsen zum Jahresauftakt!

Die weltweiten Aktienmärkte starteten das Jahr 2021 mit Abschlägen. Der MSCI World Net Return (in USD) verlor im Januar 0,8%, während der KEOF um 3,6% (in USD) zurückging.

Für einen detaillierteren Rückblick auf das Jahr 2020 sowie unseren Ausblick für 2021 verweisen wir Sie auf das Update Webinar Q1 2021. Die Aufzeichnung des Events finden Sie unter:

https://www.youtube.com/watch?v=YKaW4yyqXTc&feature=youtu.be

Der Jahresauftakt an den Börsen wurde von teilweise wilden Kurssprüngen begleitet. Aktien wie Gamestop oder AMC legten in wenigen Tagen mehrere hundert Prozent zu. Der ahnungslose Betrachter würde bei diesen Kurssprüngen wohl revolutionäre Durchbrüche vermuten: Eine Autobatterie mit einer Reichweite von 2.000 Kilometern, die sich in Sekundenschnelle wieder aufladen lässt, ein neuartiges Verpackungsmaterial, das keine Umweltschäden verursacht oder gar die Heilung von Krebs.

Doch weit gefehlt – bei Gamestop handelt es sich um einen klassischen Einzelhändler, der Computerspiele verkauft und bei AMC um einen gebeutelten Kinobetreiber. Die Gemeinsamkeit dieser Firmen besteht eher darin, dass sie über ein qualitativ minderwertiges oder gar gefährdetes Geschäftsmodell verfügen, was viele Hedgefonds auf den Plan rief, mit Leerverkäufen (Shorts) auf fallende Kurse zu setzen. Diese Merkmale, ein minderwertiges Geschäftsmodell und ein hoher Anteil an „Shorts“, sorgte nun für einen massiven „Short-Squeeze“ und Milliardenverlusten bei einigen Hedgefonds. Dies wiederum liess Ängste aufkommen, was die Stabilität des Finanzsystems betrifft.

Was war passiert? Retail-Anleger hatten in den USA über soziale Plattformen koordiniert Call-Optionen in diesen Titel erworben, bei denen einige prominente Hedgefonds grosse Short-Positionen hatten. Die Broker, die als Gegenpartei dieser Calls agieren, sichern ihr Risiko ab, indem sie die zugrunde liegenden Aktien kaufen. Je mehr Optionen also die Retail-Anleger in koordinierten Aktionen kaufen, desto mehr Aktien müssen die Broker erwerben. Und der Absicherungsbedarf wird umso grösser, je näher der Optionsverfall rückt. Die Folge: ein kombinierter „Short- und Gamma-Squeeze“, der die Aktienkurse der betroffenen Unternehmen in schier ungeahnte Höhen treibt.

In den Medien und bei diversen Marktteilnehmern wurde das Thema etwas hochgekocht und schon als „Occupy Wall Street 2.0“ oder den Kampf von „David gegen Goliath“ gesehen. Aber auf der Käuferseite waren mit Sicherheit nicht nur Privatanleger, sondern auch Hedgefonds und Banken, die ein Interesse an steigenden Kursen hatten. Inzwischen ermittelt nicht nur die Börsenaufsicht, sondern auch das Finanzministerium bezüglich Marktmanipulation.

 

Abbau von Long- und Short-Positionen spricht für markttechnische Bereinigung

Hedgefonds und andere Marktteilnehmer verwenden in aller Regel die gleichen Risikomessungen auf Basis des Value at Risk. Vereinfacht gesagt gibt der Value at Risk vor, wie viel ein Fonds in der überwiegenden Mehrheit der Fälle verlieren kann: also z. B. maximal 100 Mio. Dollar an einem Tag in 95% der Fälle. Wenn die Volatilität steigt, dann steigt auch der Value at Risk und das bedeutet, dass die Fonds Risiko reduzieren und Positionen abbauen müssen. Und genau das ist im Januar passiert.

Der zweite Abschnitt in der Grafik unten zeigt das sogenannte De-Grossing, also den Abbau von Long- und Short-Positionen. Auch wenn wir in der Spitze im breiten Aktienmarkt nur einen Kursrückgang von 4% gesehen haben, war der Abbau der Hedgefonds-Engagements extrem und der schnellste seit Beginn der Pandemie im März.  Solche Bewegungen gab es bereits in der Vergangenheit und das waren in aller Regel gute Kaufzeitpunkte. Nach dem De-Grossing im vierten Quartal 2018 legte der Markt in den darauffolgenden Monaten um 28% zu, im September 2019 um knapp 20% und im März letzten Jahres gar um 63%.

Die im letzten Monatsbericht dargelegten Bedenken, was die hohe Spekulationsneigung von Retail-Anlegern und Hedgefonds betrifft, haben sich damit vorerst gelegt. Wie im September 2019 fand die markttechnische Bereinigung mehr über den Faktor Zeit und weniger über den Faktor Preis in Form einer grösseren Korrektur statt. Damit sind die Voraussetzungen für weitere Kursavancen gegeben. Denn das an dieser Stelle im Oktober vergangenen Jahres dargelegte Szenario eines weltweiten Booms im Jahr 2021 ist nach wie vor intakt.

 

Globale Wirtschaftserholung

Im Januar sind die Exporte Südkoreas um 11% gegenüber Vorjahr gestiegen, was eine starke Erholung des Welthandelsvolumens impliziert. Die Verbesserung der Exporte und des Welthandels wird sich in der Gewinnentwicklung der Unternehmen niederschlagen. Die untenstehende Grafik zeigt, dass die Exporte aus Südkorea (grüne Linie) historisch ein zuverlässiger Frühindikator für die Entwicklung der Unternehmensgewinne des MSCI Weltaktienindex waren (blaue Linie). Dies signalisiert, dass die Unternehmensgewinne 2021 stark anziehen werden.

Es ist offensichtlich, dass die Geschwindigkeit des wirtschaftlichen Aufschwungs seit April rasant war und viele Investoren überrascht hat. So haben die Einzelhandelsumsätze in den USA und Europa nicht nur all ihren verlorenen Boden zurückerobert, sondern neue Höchststände erreicht. Dies dürfte auch in den kommenden Monaten so weitergehen.

 

Konsumboom voraus!

Ein wichtiger Punkt bleibt in dem Zusammenhang der Anstieg der Sparquoten der Haushalte in den Industrieländern in Folge der Schliessungen, Reisebeschränkungen und erhöhten Transferzahlungen. Die persönliche Sparquote in den USA ist von 7,2 % des verfügbaren Einkommens im Dezember 2019 auf einen Höchststand von 33,7 % im April 2020 gestiegen und lag im Dezember immer noch bei 13,7%. In der Eurozone hingegen stieg die Sparquote der privaten Haushalte von 12,5% des verfügbaren Einkommens im vierten Quartal 2019 auf einen Rekordwert von 24,6% im zweiten Quartal 2020 und lag im dritten Quartal 2020 noch bei 17,4%.

Satya Nadella, der CEO von Microsoft, äusserte sich im April 2020 dahingehend, dass wir die digitale Transformation von zwei Jahren in zwei Monaten erlebt haben. Wir vertreten die Ansicht, dass wir in den kommenden zwei bis drei Jahren einen Konsumboom erleben werden, den die Welt noch nicht gesehen hat. Denn wie aus den obenstehenden Grafiken ersichtlich wird, handelt es sich bei der Höhe der Sparquoten um Niveaus, die weder im Euroraum seit seinem Bestehen noch die USA in den vergangenen siebzig Jahren erreicht wurden.

Entsprechend groß ist die aufgestaute Nachfrage. Allein die US-Konsumenten haben seit Februar 2020 Ersparnisüberschüsse von mehr als 2 Billionen US-Dollar angehäuft. Das sind mehr als 10% des Bruttoinlandsprodukts. Die Covid-19-Impfstoffe werden auf der ganzen Welt einen enormen Nachholbedarf auslösen. Wenn wir die Wirtschaft wieder vollständig öffnen, dann wird nicht nur eine Erholung, sondern ein regelrechter Boom bevorstehen. Wir gehen davon aus, dass es in den nächsten zwei, drei Jahren eine massive Ausgabewelle für diskretionäre Dienstleistungen in den Bereichen Freizeit, Reisen und Unterhaltung geben wird.

Während sich die meisten Anleger nach wie vor auf Big Tech oder die „heißen“, meist virtuellen Bereiche des Marktes konzentrieren (Cloud-Aktien, Stay at Home, Bitcoin, etc.), wird die richtige Party künftig in der realen Welt und abseits des Mainstreams stattfinden. Entsprechend positioniert ist das Portfolio des Keynote – Opportunities Fund. Stark zyklische Unternehmen wie Airlines oder Anbieter von Kreuzfahrtschiffen, wird man jedoch vergeblich suchen.

Qualitätsaktien mit „Reopening-Komponten“

Wir investieren innerhalb unserer drei Segmente, „Transformative Qualität“, „Plattformunternehmen“ und „Spin-Offs“ nur in Qualitätsfirmen, die

a) hohe Renditen auf das eingesetzte Kapital erzielen und
b) das Geld zu diesen hohen Renditen ins eigene Geschäft reinvestieren können.

Dafür braucht es eine Wachstumsquelle (siehe Tab. unten). Alle Firmen in unserem Portfolio profitieren von strukturellen Treibern, die konjunkturunabhängiges Wachstum ermöglichen. Aber rund 14 unserer 26 Titel im Portfolio verfügen quasi über eine eingebaute Call-Option auf ein Re-Opening. Damit verfügt das Portfolio über ein attraktives Chance-/Risikoverhältnis.

Veränderungen im Portfolio / Erhöhung des Segmentes „Spin-Offs“

Wie in den letzten Monatsberichten hingewiesen, haben wir im Oktober unser Portfolio neu ausgerichtet. Der entscheidende Punkt war damals, dass wir angesichts der Aussichten auf einen Impfstoff und damit auf eine Normalisierung nach der Corona-Krise davon ausgegangen sind, dass sich das Jahr 2021 zumindest wirtschaftlich zu einem Boom-Jahr entwickeln würde. Entsprechend haben wir uns auf Unternehmen konzentriert, welche neben den (wichtigen) strukturellen Treibern auch klare Gewinner eines „Re-Openings“ sind. Zudem haben wir das Gewicht von Spin-Offs erhöht, wo wir für 2021 viele attraktive Situationen sehen. Diese Unternehmen haben einen klaren Weg vorgepfadet und sind entsprechend weniger von der Richtung des Gesamtmarktes abhängig.

 

Beispiele dafür sind IAC Corp. und Alcon, welche nun unter den grössten Positionen des Fonds figurieren.

IAC Corp. ist im Bereich Medien und Technologie darauf spezialisiert, vielversprechende Unternehmen zu akquirieren, zu entwickeln und bei Erreichen der kritischen Grösse abzuspalten. Erfolgsgeschichten der Vergangenheit waren z.B. Expedia, Lending Tree oder zuletzt Match Group. Als nächster Katalysator sollte sich die Abspaltung von Vimeo, der führenden cloud-basierten Videoproduktionsplattform, erweisen. IAC Corp. hat aber noch weitere attraktive Geschäftsmodelle im „Portfolio“. Der Grossteil davon basiert auf digitalen Plattformen, welche über einen grossen adressierbaren Markt verfügen und unter dem Schirm von IAC Corp. wachsen können.

Bei Alcon, dem weltweit führenden Anbieter im Bereich der Augenheilkunde, wirkt sich die Abspaltung des Mutterkonzerns Novartis weiter positiv auf das Geschäft aus: Durch die eigenständige Kapitalallokation konnte die Wettbewerbsposition in der Krise gestärkt werden und bei einer Normalisierung der Corona-Lage können die aufgeschobenen Augenoperationen wieder durchgeführt werden. Damit wird nicht nur der Umsatz zulegen, sondern auch die Margenexpansion klar ersichtlich werden.

Falls Sie weitere Informationen wünschen, zögern Sie bitte nicht, uns zu kontaktieren.


Sie haben noch keinen Monatsbericht abonniert?

Jetzt anmelden Für weitere Informationen zum Earth Sustainable Resources Fund hier klicken
Disclaimer: Dieses Dokument richtet sich ausschließlich an Kunden der Kundengruppe „Professionelle Kunden“ gem. § 31 a Abs. 2 WpHG und / oder „Geeignete Gegenparteien“ gem. § 31 a Abs. 4 WpHG und ist nicht für Privatkunden bestimmt. Die Verteilung an Privatkunden ist nicht beabsichtigt. Es dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Finanzanalyse im Sinne des §34b WpHG, keine Anlageberatung, Anlageempfehlung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Historische Wertentwicklungen lassen keine Rückschlüsse auf ähnliche Entwicklungen in der Zukunft zu. Diese sind nicht prognostizierbar. Alleinige Grundlage für den Anteilerwerb sind die Verkaufsunterlagen zum Sondervermögen. Verkaufsunterlagen zu allen Sondervermögen der Universal Investment sind kostenlos bei Ihrem Berater / Vermittler, der zuständigen Depotbank oder bei Universal-Investment unter www.universal-investment.de erhältlich. Alle angegebenen Daten sind vorbehaltlich der Prüfung durch die Wirtschaftsprüfer zu den jeweiligen Berichtsterminen. Die Ausführungen gehen von unserer Beurteilung der gegenwärtigen Rechts- und Steuerlage aus. Für die Richtigkeit der hier angegebenen Informationen übernimmt Greiff capital management AG keine Gewähr. Änderungen vorbehalten. Quellen: Bloomberg, eigene Berechnungen. Wertentwicklungen der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Zurück Januar: Hausse an den Schwellenmärkten durch asiatische Aktien
Nächste Eyb & Wallwitz: Investment Bericht 2020/2021