29. Juni 2017 1114 Views

Längst im grünen Bereich

Nachhaltige Investments sind Renditekiller? Stimmt gar nicht.

Das Thema Nachhaltigkeit ist inzwischen mehr als ein Schlagwort. Wir stehen vor großen globalen Herausforderungen – diese Erkenntnis setzt sich in immer breiteren Kreisen durch. Das beflügelt auch den Wunsch nach nachhaltigem ESG-Investieren. „ESG“ steht dabei für Environment, Social, Governance, also Umwelt, Soziales und Unternehmensführung, die drei Kernbereiche für langfristiges und nachhaltiges Wirtschaften.

Unsere Beobachtung: Den Anfang haben hier Stiftungen und auch Family Offices gemacht, deren Mission und Investition sich gleichermaßen auf Nachhaltigkeit fokussiert. Aber auch bei Privatanlegern wächst die Nachfrage. Die Gruppe der „Millenials“ wird in den nächsten 30 Jahren weltweit geschätzte 30 Billionen US-Dollar erben und diese mit doppelt so hoher Wahrscheinlichkeit wie die Elterngeneration in nachhaltige Strategien investieren. Außerdem werden wir immer mehr weibliche Investoren sehen, von denen wir wissen, dass Nachhaltigkeit für sie ein wichtiges Thema ist – zu mehr als 75%! Nachhaltigkeit scheint also ein ziemlich stabiler Trend.

Schön und gut, habe ich noch viele Gesprächspartner aus der Beratung im Ohr, aber was ist mit der Performance? Und da haben viele noch deutliche Zweifel, ob bei zu viel ESG nicht die Rendite leidet.

Doch diese Zweifel sind inzwischen unbegründet, denn die Umsetzung von ESG-orientiertem Investieren hat sich deutlich verfeinert. Traditionell wurden Titel per Ausschlusskriterien aussortiert, und die Einengung des Investment-Universums konnte tatsächlich zu Abstrichen in der Rendite führen.

Inzwischen werden Titel aber weitaus präziser nach spezifischen Kriterien ausgewählt, die ein Ausdruck der nachhaltigen Wertschöpfung sind („ESG Investing“) oder nach ihren wirkungsbezogenen Investitionen („Impact Investing“). Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie übrigens in einem früheren Blogpost hier.

In Bezug auf die Rendite belegen Daten, dass man bei ESG-orientiertem Investieren keine Abstriche mehr machen muss.

Traditionelle ETFs oder Best-in-class- ESG-ETFs

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• Source: BlackRock Portfolio Analytics and Solutions, from 31/12/2011 to 31/12/2016. Sample portfolios are based on weights of MSCI ACWI SRI NR USD as of 31/12/2011. For illustrative purposes only, do not represent a recommendation of any security or investment strategy

Die Zahlen zeigen, dass, wenn man „normale“ Portfolio-Bausteine mit ESG-konformen Bausteinen ersetzt, das Risiko-Rendite-Profil nicht leidet, aber die Nachhaltigkeit signifikant verbessert wird. Das geht inzwischen auch mit ETFs – wie gewohnt regelbasiert und kostengünstig. Die bringen überdies auch Kriterienklarheit hinsichtlich dessen, was sie als nachhaltiges Investment auswählen. Da generell noch immer um einheitliche Standards für das ESG-Investieren gerungen wird, begrüßen viele Anleger gerade in dieser Hinsicht das Mehr an Transparenz, das ETFs mitbringen.

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