Monatsrückblick März | Zinsen im Sinkflug

Es ist Jahresanfang 2018. Das Wachstumsmomentum in Europa und der Welt hat einen neuen Höhepunkt erreicht, die langfristigen Inflationserwartungen in der Eurozone knabbern an der Marke von zwei Prozent.


Monatsrückblick mit Felix Herrmann in 90 Sekunden: März 2019


Spekulationen über eine erste Zinsanhebung seitens der EZB im Jahr 2019 schießen ins Kraut und deutsche zehnjährige Staatsanleiherenditen notieren bei rund 0,8 Prozent. Hoffnungen auf ein Ende der Nullzinsphase in Europa sind lebendig wie lange nicht mehr.

Heute – rund ein Jahr später – müssen wir konstatieren: Ein Ende der niedrigen Zinsen in Europa ist alles andere als absehbar. Im Gegenteil. Mit dem abermaligen Sturz zehnjähriger deutscher Staatsanleiherenditen unter die magische Marke von null Prozent und zunehmenden Wachstumssorgen vor dem Hintergrund eines mittlerweile recht senior daherkommenden ökonomischen Zyklus, sitzen Null- und Niedrigzinsen in Europa Anfang April 2019 mehr denn je fest im Sattel. Auch die EZB glaubt nicht mehr an eine Zinsanhebung in diesem Jahr. Ihre Forward Guidance wurde Anfang März entsprechend angepasst. Die Tatsache, dass Mario Draghi seine achtjährige Amtszeit beenden wird, ohne ein einziges Mal die Zinsen angehoben zu haben, ist dabei lediglich eine Randnotiz. Sorgen davor, dass die EZB die Zinsen bis zum Zyklusende nicht wird anheben können und somit ohne Feuerkraft in den Abschwung manövriert, werden immer größer.

Die Aktienmärkte haben die jüngste Kurskorrektur der EZB, vor allem aber jene der US-Notenbank, die im März Zinsanhebungen für 2019 de facto vom Tisch genommen hat, ambivalent aufgenommen. Einerseits freuen sich Aktienanleger über die Aussicht längerfristig niedriger Zinsen. Andererseits sorgt sie die Ursache des Kursschwenks der Notenbanken. Sich eintrübende Frühindikatoren lassen sogar die Möglichkeit einer Gewinnrezession in den USA in der ersten Jahreshälfte dieses Jahres zu. Das erklärt zu weiten Teilen, weshalb die Aktienmarktperformance im März weit weniger positiv gewesen ist als in den beiden Monaten zuvor.

Während der Pfad der EZB für das verbleibende Jahr 2019 mehr als vorgezeichnet sein dürfte, können wir trotz des Kursschwenks der Fed immer noch eine recht deutliche Diskrepanz zwischen Markterwartungen und der Prognose der US-Notenbanker selbst beobachten, da Anleger in der Mehrheit sogar eine Zinssenkung für 2019 einpreisen.

Tatsächlich dürfte die Fed angesichts einer nach wie vor niedrigen Rezessionswahrscheinlichkeit in den USA sowie einer Wachstumsprognose für 2019 von etwa zwei Prozent sehr weit davon entfernt sein, eine Leitzinssenkung in Aussicht zu stellen – geschweige denn, eine zu liefern. Ein derartiges Signal hätte nämlich wohl den unangenehmen Effekt, dass der Markt unmittelbar einen kompletten Zinssenkungszyklus einpreisen dürfte. Diese Erwartungen einzufangen, wäre wohl fast ein Ding der Unmöglichkeit.

Die weiteren Aussichten für die Aktienmärkte in diesem Jahr sind somit eher als durchwachsen einzustufen. Wenngleich der Effekt günstiger Finanzierungsbedingungen nicht zu unterschätzen ist, bedarf es vor allem positiv überraschender Unternehmenszahlen, damit sich weiteres Kurspotenzial entfalten kann.

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Risiken

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