Alternative Investments als Herzstück jedes Multi-Asset-Portfolios

Alternative Anlagen sind inzwischen wesentlicher Bestandteil der Multi-Asset-Portfolios von Kames Capital, der spezialisierten Investment-Management-Gesellschaft von Aegon Asset Management. Stephen Jones und Olaf van den Heuvel, Co-heads of Multi-Asset Investing, erläutern, weshalb alternative Anlagen im Mittelpunkt der von ihnen verwalteten Multi-Asset-Portfolios stehen.

Als Multi-Asset-Team sind wir der Ansicht, dass vor allem die Asset-Allokation die Anlagerendite nach oben treibt und dass sich Risiken am besten durch Diversifizierung auf Anlagen mit geringer Korrelation steuern lassen. Unsere Diversified Growth und Diversified Income Strategien beinhalten ein breites Spektrum von Anlagen, die wir kombinieren und als „Ecksteine“ unserer Portfolios verwenden. Der Eckstein „Alternative Anlagen“ umfasst viele dieser höchst attraktiven Anlagechancen.

Bei der Definition „alternativer“ Anlagen stellt sich automatisch die Frage: Eine Alternative wozu? Für die meisten institutionellen Anleger ist es eine Alternative zu Aktien oder Anleihen, sprich traditionellen Investments. Bevor wir näher auf einige unserer alternativen Anlagen eingehen, möchten wir die Rolle erläutern, die traditionelle Anlagen nach unserer Auffassung in Multi-Asset-Portfolios spielen.

 

Traditionelle Anlagen

Wachstumsorientierte Anleger wenden sich traditionell aus gutem Grund dem Aktienmarkt zu. Globale Aktien haben seit Ende 1987 eine durchschnittliche reale (inflationsbereinigte) Rendite von ca. 5% jährlich erzielt. Aber wir alle wissen, dass eine derart hohe Rendite ihren Preis hat, da Anleger Volatilität in Kauf nehmen müssen. Scharfe Kurskorrekturen und Baissen können die Positiverträge vieler Jahre im Handumdrehen vernichten. Das kann schmerzlich für Anleger sein, die keinen langfristigen Anlagehorizont haben und die nicht über volatile Phasen hinwegsehen können, um sich vielmehr auf die attraktive Kombination aus Ertrag und Wachstum zu konzentrieren, die Aktien auf lange Sicht bieten.

Wir glauben, dass Aktien aufgrund ihres längerfristigen Wachstumspotenzials einen wichtigen Platz in den meisten Multi-Asset-Portfolios einnehmen. Um die Volatilität im Zaum zu halten, ist Diversifizierung jedoch unerlässlich. Daher legen wir zusätzlich in Anleihen an, die durch Diversifizierungsvorteile und relativ vorhersehbare Ertragsausschüttungen überzeugen, gerade bei einkommensorientierten Strategien.

 

Erweiterung unserer Anlagechancen mit alternativen Anlagen

Chancen zur Generierung von Alpha und zur Risikokontrolle gibt es nicht nur bei Aktien und Anleihen. Indem wir alternative Anlagen zu einer weiteren Schlüsselkomponente unserer Multi-Asset-Fonds machen, können wir die potenziellen Renditen verbessern und die Portfolioschwankungen insgesamt verringern.

Das Halten alternativer Anlagen, die vergleichsweise wenig mit den Entwicklungen an den Renten- oder Aktienmärkten korrelieren, ist ein wichtiges Merkmal unserer Multi-Asset-Strategien. Anlagen aus den Bereichen Infrastruktur, Asset Leasing und erneuerbare Energien können beispielsweise dank ihrer geringen Korrelation zu traditionellen Anlagen überragende potenzielle Diversifizierungsvorteile bieten.

Viele alternative Anlagen, in die wir investieren, sind Anleihen sehr ähnlich und generieren jahrelang Einkommen, wenngleich dies über Dividendenzahlungen und nicht durch Kupons geschieht. Diese Einkommen werden oft durch zugrunde liegende vertragliche Cashflows gestützt, die teilweise inflationsgeschützt sind.

Lassen Sie uns nun einige Beispiele für alternative Anlagen näher betrachten, in die wir über unsere Multi-Asset-Portfolios anlegen.

 

Infrastruktur

Krankenhäuser, Schulen, Verkehrsnetze oder Versorgungsunternehmen waren als Großprojekte früher ausschließlich Sache der öffentlichen Hand. Die nach der Finanzkrise leeren Staatskassen haben bewirkt, dass viele Chancen in diesem Bereich in die Privatwirtschaft gelangt sind. Für Investoren können große Infrastrukturprojekte langfristige Einkommen mit häufig überraschend geringem Risiko bescheren, da sie durch Öffentlich-Private Partnerschaften vom Staat unterstützt werden. Infrastrukturinvestments sind relativ defensiv, weisen nur eine geringe Korrelation zu den Kernmärkten auf und bieten häufig inflationsgeschützte Renditen.

Neben börsennotierten Anlagevehikeln, die in das Eigenkapital von Infrastrukturprojekten investieren, legen wir auch in börsennotierte Fonds an, die Fremdkapital für Infrastrukturprojekte bereitstellen. Dadurch weitet sich unser Chancenspektrum im Infrastrukturuniversum weiter aus und sorgt für noch größere Diversifizierung.

 

Asset Leasing

Eine weitere „anleiheähnliche“ Anlage ist das Asset Leasing, das durch eine Mischung aus regelmäßigem Einkommen und potenziellem Kapitalzuwachs attraktive Renditen erzielen kann. Ein gutes Beispiel sind Flugzeugleasingfonds. Sie streben Einkommen und Kapitalwachstum für ihre Anleger an, indem sie Verkehrsflugzeuge kaufen und vermieten.

Über 40 % der weltweiten Verkehrsflugzeugflotte besteht inzwischen aus geleasten Maschinen. Für Anleger winkt hier eine attraktive Rendite und ein hoher Total Return, ohne dass sie das höhere Risiko von Airline-Aktien eingehen müssen. Diese litten in der Vergangenheit unter starken Kursschwankungen, die Bewertungen der Flugzeuge selbst waren aber wesentlich solider. Flugzeuge sind mobile, gepflegte und weltweit gehandelte Güter, die selbst im Worst Case bei einem Ausfall eine hohe Erlösquote erzielen. Wenn ein Vertrag abläuft, kann das Flugzeug möglicherweise an einen neuen Kunden vermietet oder verkauft werden. Mit dem Verkauf kann dank des relativ langsamen Wertverlusts bei Flugzeugen eine gute Kapitalrendite erwirtschaftet werden.

 

erneuerbare Energien

Unternehmen für erneuerbare Energien investieren hauptsächlich in Wind- und Solarenergie. Nach dem Kauf oder Bau von Wind- oder Solaranlagen bieten diese Investoren einen Einkommensstrom, der häufig zum Teil an staatlich gesicherte, inflationsgeschützte Zahlungen gekoppelt ist. Die Einnahmen aus diesen Projekten sind in der Regel gesplittet und bestehen zu ca. 50 % aus regulierten, inflationsgeschützten Zahlungen und zu 50 % aus den Großhandelsstrompreisen. Ferner haben sie einige Positivmerkmale mit anderen Anlagen bei Versorgern gemein, so etwa vorhersehbare Einkommensströme und eine defensive, nicht zyklische Positionierung. Die staatliche Förderung erneuerbarer Energien trägt mit diversen Subventionsprogrammen oder Differenzkontrakten ein Übriges zu den stabilen Erträgen bei.

 

Immobilien

Immobilien sind Dividendenanlagen, die in der Regel eine hohe Anfangsrendite sowie potenzielle Ertragssteigerungen und Kapitalzuwachs bieten. Unsere Multi-Asset-Portfolios legen über börsennotierte Immobiliengesellschaften an, die meist als Real Estate Investment Trusts (REITs) strukturiert sind. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um Anlagevehikel, die Immobilien wie Büros, Einkaufszentren und Studentenunterkünfte erwerben und diese anschließend vermieten. Sie bieten indirekt Zugang zu den globalen Immobilienmärkten und tägliche Liquidität, falls wir das Portfolio stärker auf andere Regionen oder Sektoren ausrichten müssen.

 

Mortgage REITs

Mortgage Real Estate Investment Trusts (mREITs) sind kollektive Anlagevehikel, über die Anleger steuerlich günstig in einen diversifizierten Pool von Immobilienanlagen investieren können. Herkömmliche Aktien-REITs kaufen und verwalten gewöhnlich physische Immobilien und erwirtschaften aus den Mieten der zugrunde liegenden Immobilien Einkommen. Dagegen investieren mREITs in Hypothekendarlehen und hypothekarisch besicherte Wertpapiere, um Einkommen zu erzielen und die Renditen anzukurbeln. Wir sind der Ansicht, dass mREITs dank ihrer hohen und wiederkehrenden Einkommen ein attraktives Total-Return-Potenzial bieten. Hinzu kommen Diversifizierungsvorteile aufgrund der geringen Korrelation zu traditionellen Anlageklassen.

 

Prozessfinanzierung

Wir halten ständig Ausschau nach neuen und interessanten alternativen Anlagen, unter anderem im rasant wachsenden Markt für Prozessfinanzierung. Wenn eine Streitpartei sehr gute Chancen hat, einen Prozess zu gewinnen, die erforderlichen Rechtskosten aber kaum aufbringen kann, können Investoren den Prozess finanzieren und erhalten im Gegenzug einen Teil des Gewinns. In dieser Nische gibt es nur relativ wenige Anlagemöglichkeiten, so dass der Anteil der Prozessfinanzierungen in unseren Multi-Asset-Portfolios nur sehr gering ist.

Um die von uns anvisierten risikobereinigten Erträge für unsere Anleger zu erzielen, ist es unerlässlich, die sich ständig verändernden Beziehungen bzw. Korrelationen zwischen den Anlagen in unseren Portfolios zu verstehen. Die Korrelation zwischen verschiedenen Anlageklassen ändert sich im Laufe der Zeit, sodass der Diversifizierungsvorteil nicht in Stein gemeißelt ist. Wir sind überzeugt, dass wir mit einer aktiven Verwaltung und flexiblen Allokation auf viele verschiedene Anlageklassen die besten Chancen haben, attraktive risikobereinigte Erträge für unsere Kunden zu erwirtschaften.

Olaf van den Heuval
Co-Head of Multi-Asset


Stephen Jones
CIO

 

 

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