Erneuerbare Energien – Ihr Renditetreiber

Erneuerbare Energien

Umweltfragen haben in den vergangenen Jahren einen beachtlichen politischen Kurswechsel ausgelöst. Die damit verbundenen Veränderungen in Kombination mit technologischen Fortschritten haben unterschiedlichen erneuerbaren Energien – von traditionellen Wasserkraftanlagen, über bewährte Wind- und Solaranlagen bis hin zu neuen Energieträgern wie etwa Gezeitenenergie, Biomasse und Erdwärme – einen Boom beschert.

Für Anleger hält diese Vielzahl an Stromerzeugungsmöglichkeiten zahlreiche Investmentchancen und die Aussicht auf attraktive Renditen bereit.

Viele dieser Investitionen punkten durch stabile, langfristige und vertraglich zugesicherte Einkommensströme, gestützt durch Subventionsregelungen, welche die Schwankungen der Stromgroßhandelspreise verringern. Die kotierten Unternehmen, in die unsere Multi-Asset-Fonds investieren, zeichnen sich gewöhnlich durch folgende Merkmale aus:

  • Cashflows für Anleger mit einem erwarteten internen Zinsfuß von 8-9%;
  • anfängliche jährliche Dividendenrenditen von 6%; und
  • positives reales Dividendenwachstum.

Wann werden erneuerbare Energien preiswerter als fossile Brennstoffe?

Diese Frage hören wir häufig in Diskussionen zum Thema erneuerbare Energien. Unsere kurze Antwort darauf lautet: Sie sind es bereits. Laut der jüngsten Studie zu den Stromgestehungskosten (LCOE) – sie bezeichnen die Kosten, welche für die Energieumwandlung von einer anderen Energieform in elektrischen Strom anfallen – sind „Erneuerbare“ in weiten Teilen der Welt bereits billiger als nicht subventionierte fossile Brennstoffe. In einigen Regionen der Welt ist auf LCOE-Basis die teuerste Form der Sonnenenergie kostengünstiger als der preisgünstigste konventionelle Energieträger. Grafik 1 zeigt die Entwicklung der Energiekosten seit 2009. Das Fazit ist eindeutig: Erneuerbare Energien sind günstig und werden immer günstiger, was sie zu einem attraktiveren Anlageziel macht.

Grafik 1: Entwicklung der Energiekosten (2009-2017)

Quelle: Schätzungen von Lazard, 2017. Stromgestehungskosten (nicht subventioniert). Sie beziehen sich vorwiegend auf die alternative Energielandschaft in Nordamerika, berücksichtigen aber auch Kostenrückgänge auf breiterer/globaler Ebene.

Darüber hinaus stellen steigende oder schwankende Kraftstoffpreise für erneuerbare Energien ein geringeres Risiko dar, da für die Erzeugung von Wind- und Sonnenenergie keine Inputkosten anfallen und sich ihr Preis im Gegensatz zu fossilen Brennstoffen verhältnismäßig gut vorhersagen lässt, was die Fixierung langfristiger Preise erleichtert.

Und zu guter Letzt stellt die Stromgewinnung aus regenerativen Energien aus technologischer Sicht ein recht einfaches Unterfangen dar. Das heißt auch, dass die ursprünglich veranschlagten Kosten für erneuerbare Energieprojekte zumeist präziser sind, als dies im Bereich konventioneller Energien der Fall ist. Das gilt vor allem beim Bau von Atomkraftwerken. Eine Studie belegt, dass die realen Baukosten eines Kernkraftwerkes die geplanten Ausgaben im Schnitt um 117% übersteigen, während es bei Wind- und Sonnenenergieprojekten durchschnittlich 8% bzw. 1% sind.*

* Risk, innovation, electricity infrastructure and construction cost overruns: Testing six hypotheses. Benjamin K. Sovacool, Alex Gilbert, Daniel T. Nugent. 2014.

Worauf beruhen die Effizienzsteigerungen im Bereich erneuerbarer Energien?

Das lässt sich am Beispiel der Windenergie gut erläutern. Wir machen uns diese Energiequelle bereits seit Jahrhunderten zunutze. Dabei spiegeln moderne Windkraftanlagen von heute die beachtlichen technologischen Fortschritte gegenüber Windmühlen aus vergangenen Zeiten wider, ja sogar gegenüber den Anlagen von vor zehn Jahren. Ein wichtiger Faktor in diesem Zusammenhang stellt die ständige Zunahme ihrer durchschnittlichen Größe dar. Während neue Onshore-Windkraftanlagen gewöhnlich eine Leistung von 1,5-3,5 MW erzielen, produzieren die größten für den Offshore-Einsatz konzipierten Modelle über 9 MW. Einige in der Entwicklungsphase befindliche Offshore-Anlagen sollen sogar eine Leistung von 15 MW liefern.

Grafik 2: Windkraftanlagen werden immer größer

Quelle: Bloomberg New Energy Finance.

Infolge hoher Kosten und technischer Einschränkungen machen Offshore-Anlagen derzeit nur einen kleinen Teil der installierten Windkraft-Gesamtkapazität aus.

Seitdem wurden noch leistungsstärkere Anlagen in Betrieb genommen, so etwa der inzwischen weltgrößte Offshore-Windpark Walney Extension in der Irischen See mit einer Leistung von 659 MW. Noch größere Windpark-Projekte befinden sich in Planung.

Im Jahr 2018 ging in Großbritannien eine installierte Windkraftkapazität von über 2 GW ans Netz, was mehr als einer Windkraftanlage pro Tag entspricht und ausreicht, um insgesamt 2,3 Millionen Haushalte ein Jahr lang mit Strom zu versorgen. Auf Großbritannien entfallen derzeit über 60% der europäischen Offshore-Windkraftleistung.

Großbritannien mag zwar eine führende Rolle bei der Windkrafterzeugung spielen, für die Ansiedlung von Solarparks gibt es ungeachtet aller technischen Neuerungen jedoch zweifellos bessere Standorte als den Inselstaat. Deshalb investieren wir im Bereich der Sonnenenergie auch in Projekte, die sich in Südeuropa und sogar im entfernten Australien befinden, wo reichlich Sonne und freie Flächen

Könnten wir fossile Brennstoffe vollständig durch erneuerbare Energien ersetzen?

Das ist keine Frage des Könnens, sondern vielmehr des Zeitpunktes. Tatsache ist, dass noch Jahrzehnte vergehen werden, bis wir ohne fossile Brennstoffe auskommen, selbst wenn wir jetzt massiv in „Erneuerbare“ investieren. Regenerative Energien sollten sich jedoch weiter verbilligen angesichts ihrer technisch betrachtet relativen unausgereiften Entwicklung und ihres breitenwirksamen Ausbaus.

Künftig werden die Regionen mit den besten Wind- und Sonnenverhältnissen, die derzeit noch fossile Brennstoffe exportieren, voraussichtlich erneuerbare Energie ausführen.

Es folgt eine Gedankenspielerei des Wissensportals Quora, auf die das Forbes Magazine verwiesen hat:

Würden wir auf einer Fläche von rund 43.000 Quadratmeilen Sonnenkollektoren installieren, ließen sich damit 17,4 TW Strom erzeugen. Die Wüste Sahara in Afrika umfasst 3,6 Millionen Quadratkilometer und eignet sich hervorragend für die Produktion von Solarenergie (über 12 Stunden Sonne pro Tag).

Wenn man also 1,2% der Fläche der Sahara mit Solaranlagen versähe, ließe sich der gesamte weltweite Energiebedarf decken. Die Kosten für ein derartiges Projekt würden sich auf rund 5 Billionen US-Dollar belaufen. Dabei handelt es sich um einmalige Kosten zu heutigen Preisen, die noch keine Skaleneffekte berücksichtigen.*

*We Could Power The Entire World By Harnessing Solar Energy From 1% Of The Sahara. www.Forbes.com, 22. September 2016.

Natürlich ginge die Umsetzung eines solchen Projektes mit offensichtlichen Herausforderungen einher, aber wenn die genannte Summe nur annähernd korrekt ist, dann wäre das sehr günstig.

Grafik 3: jährliche weltweite Investitionen in erneuerbare Energien (US$ Mrd.)


Quelle: DNV GL. Daten per 30. September 2017. Bei den Beträgen für die oben aufgeführten Jahre handelt es sich um Schätzungen oder Prognosen.

Wir halten diese Schätzung für vorsichtig. Setzen wir die Daten daher in einen Kontext:

  • Seit 1998 wurden schätzungsweise 7,9 Billionen US-Dollar in den Öl- und Gassektor investiert;
  • 2018 beliefen sich die Steuersenkungen in den USA auf geschätzte 1,5 Billionen US-Dollar;
  • das jährliche globale Bruttoinlandsprodukt (BIP) liegt bei etwa 50 Billionen US-Dollar; und
  • die geschätzten Kosten für die Erzeugung von 17,4 TW Atomstrom liegen bei 52 Billionen US-Dollar (ohne Berücksichtigung der bereits zuvor erwähnten möglichen Kostenüberschreitungen).

Schätzungen des Internationalen Währungsfonds zufolge belaufen sich die indirekten Subventionen für fossile Energien derzeit auf 300 Milliarden Euro pro Jahr, wenn man durch sie verursachte Umweltschäden berücksichtigt. Laut Munich Re nehmen die Verluste infolge von Naturkatastrophen zu. Der Versicherer schätzt allein die 2017 angefallenen Kosten auf 330 Milliarden US-Dollar. Angesichts solcher Zahlen erscheinen die erwähnten einmaligen Kosten in Höhe von 5 Billionen US-Dollar im Vergleich doch wenig.

Zugang zu Investments in erneuerbare Energien

Innerhalb unserer Multi-Asset-Fonds bevorzugen wir kotierte Anlagevehikel mit einer Vielfalt an operativen Anlagen, die einerseits attraktive Renditen bieten, andererseits jedoch liquide und täglich handelbar sind.

Diese Investments weisen gewöhnlich eine niedrige Korrelation gegenüber traditionelleren Anlageklassen auf, die auch Bestandteil unserer Multi-Asset-Strategien sind. Sie tragen zur Dämpfung der Volatilität und Generierung stabilerer Renditen bei.

Daneben halten auch Investitionen in den Bau von erneuerbarer Erzeugungskapazität und in entsprechende Anlagenhersteller potenziell attraktive Anlagechancen bereit. Denn sie profitieren von der gestiegenen Ausgabenbereitschaft in diesem Bereich, die durch geringere Kosten, technische Neuerungen, zunehmende Umweltbelastungen und höheren politischen Druck getrieben wird.

Anlagen in erneuerbare Energien bescheren unseren Multi-Asset-Portfolios bereits attraktive risikobereinigte Renditen. Profitieren auch Sie von dieser Anlageklasse.

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