Mehr als ein Inflations-Intermezzo

Mehr als ein Inflations-Intermezzo

Die Konjunktur springt an, die Preise aber auch und so gewinnt ein altbekanntes Ärgernis wieder an Brisanz: negative Realzinsen. Für dieses Problem gibt es aber eine Lösung.

Kaum zu glauben, aber die letzten Zinserhöhungen im Euroraum gab es vor ziemlich genau zehn Jahren. In zwei Schritten – einer im April, ein weiterer im Juli 2011 – schob die EZB damals den Leitzins von 1,0 auf 1,5 Prozent. Der Grund: Die Inflationsrate hatte die Marke von zwei Prozent geknackt und die Zentralbanker machten sich so langsam Sorgen um die Preisstabilität. Eigentlich wollte der damalige EZB-Präsident Jean-Claude Trichet die Zinsschraube weiter anziehen, doch wegen der eskalierenden Eurokrise kam es anders. Der Preisanstieg ließ nach, die Niedrigzinsphase nahm ihren Lauf und seit nunmehr fünf Jahren steht der Leitzins sogar bei null oder darunter.

Jetzt haben wir im Euroraum erneut die Zwei-Prozent-Marke und in Deutschland sogar 2,3 Prozent bei der Inflation erreicht, und dennoch ziehen die Notenbanker im EZB Skytower in Frankfurt nicht ernsthaft eine Verschärfung der Geldpolitik in Erwägung. Im Gegenteil: Neben dem Nullzins trägt die EZB auch mit ihren Anleihekäufen weiterhin zu äußerst günstigen Finanzierungsbedingungen bei. Wegen der Corona-Folgen benötigen Wirtschaft und Mitgliedsländer jede nur erdenkliche Unterstützung, erklären die Währungshüter. Und die Inflation? Selbst wenn sie weiter steige, werde das nur von kurzer Dauer sein, beschwichtigt EZB-Präsidentin Christine Lagarde…

 

 

Zurück Schwellenländeranleihen: Anlass zum Optimismus
Nächste Kapitalmarktausblick Q4 und 3 Jahre BANTLEON CHANGING WORLD