Konjunktur und Strategie 48/2021: Zu viel Hype um die Inflation

Das Thema „Inflation“ ist seit Monaten in aller Munde. Kein Wunder, denn mit 4,5% stiegen die Verbraucherpreise im Oktober in Deutschland so kräftig wie zuletzt im Wiedervereinigungsboom 1993. Warum die Inflationsrate aktuell so hoch ist und ob sie weiter ansteigen wird, erklärt unser Gastautor Professor Dr. Bandholz – ganz unideologisch anhand von Zahlen und Fakten. Herr  Bandholz hat an der Universität Hamburg promoviert und arbeitete zuletzt als US-Chefvolkswirt bei der UniCredit Group in New York. Seit August 2019 ist er als Professor für Volkswirtschaftslehre an der Fachhochschule Kiel tätig.

Der amerikanische Ökonom Milton Friedman sagte einst (1963): „Inflation is always and everywhere a monetary phenomenon in the sense that it is and can be produced only by a more rapid increase in the quantity of money than in output.“ Diese Beziehung hat in Form der Quantitätsgleichung und Quantitätstheorie Einzug in sämtliche Standardlehrbücher der Makroökonomie gehalten. Und aus theoretischer Sicht macht der postulierte Zusammenhang zwischen Geldmenge und Preisniveau (und damit der Inflationsrate) zweifellos auch sehr viel Sinn. Einziges Problem: Die Daten sprechen eine komplett andere Sprache. Nachdem die Quantitätstheorie, also die Beziehung zwischen Geldmengenwachstum und Inflation, etwa bis zum Jahr 2000 noch recht gut funktionierte, verschwand der empirische Zusammenhang danach komplett. Ursächlich für dieses Auseinanderlaufen von Geldmenge und Inflation ist vor allem die gestiegene Nachfrage nach Liquidität bzw. die drastisch verlangsamte Umlaufgeschwindigkeit des Geldes. Einfach formuliert: Wenn die Wirtschaftssubjekte das höhere Geldangebot horten und nicht ausgeben, ergibt sich daraus auch kein inflationärer Druck. Erst wenn die Geldmenge ausgabenwirksam wird, steigen auch die Preise…

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