M.M.Warburg Konjunktur und Strategie 03/2021: Das Comeback der Inflation?

M.M.Warburg Konjunktur und Strategie 03/2021: Das Comeback der Inflation?

Der Sturm auf das Kapitol in der vergangenen Woche hat die USA an den Rand einer Verfassungskrise gebracht. Dr. Christian Jasperneite, Chief Investment Officer bei M.M.Warburg & CO, erläutert, welche Auswirkungen die Ereignisse auf die Kapitalmärkte haben und welche politischen Ereignisse Anleger besonders im Blick behalten sollten.

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Das Thema “Inflation” ist wieder in aller Munde und hat dazu beigetragen, dass vor allem in den USA die Kapitalmarktrenditen deutlich angestiegen sind. Lesen Sie in unserem aktuellen Flash Report

* Das Comeback der Inflation? 

Seit Jahren fristet die Inflation ein eher trostloses Dasein: Obwohl sich viele Ökonomen, Kapitalmarktteilnehmer, Medien, Politiker, Unternehmen, Privathaushalte und natürlich die Notenbanken mit Inbrunst diesem Thema widmen, war die Entwicklung der Inflationsraten die meiste Zeit über ziemlich unspektakulär. So unspektakulär, dass man meinen könnte, die Inflation sei von den Notenbanken durch ihre vorausschauende Geldpolitik erfolgreich besiegt worden.

Nichtsdestotrotz ist in den vergangenen Tagen die Rendite für 10-jährige US-Treasuries deutlich angestiegen. Grund für diesen Anstieg ist unter anderem die Wahl von Joe Biden zum US-Präsidenten und der doppelte Sieg der Demokraten bei den Stichwahlen zum Senat in Georgia. So dürfte es zu den ersten Amtshandlungen des neuen Präsidenten gehören, ein umfangreiches Konjunkturpaket zu verabschieden, dass die Staatsverschuldung der USA weiter in die Höhe treibt. Mehr Wirtschaftswachstum und höhere Schulden, so die Logik des Kapitalmarktes, führen unweigerlich zu mehr Inflation, vor allem, wenn die US-Notenbank diese neuen Schulden finanziert und deswegen den Leitzins nicht antastet.

Wird die Inflationsrate tatsächlich in der nächsten Zeit ansteigen? Klare Antwort: Ja! Aber nicht aufgrund einer expansiven Geld- und Fiskalpolitik und aus Gründen einer höheren Staatsverschuldung.Die Ursache hierfür liegt auf der Hand: der Ölpreis. Bliebe er auf seinem derzeitigen Niveau von rund 56 US-Dollar je Barrel Brent-Öl würde dies im April und Mai 2021 ungefähr eine Verdoppelung gegenüber dem Vorjahresniveau bedeuten. Allein aufgrund dieses Effektes wird die Inflationsrate um rund zwei Prozentpunkte gegenüber dem derzeitigen Niveau ansteigen. Hinzu kommt zu Jahresbeginn die Mehrwertsteuererhöhung in Deutschland, sodass die Inflationsrate ab dem Frühjahr zeitweise über der Marke von zwei Prozent liegen wird. Dieser Preisanstieg ist aber allein auf einen Basiseffekt zurückzuführen und nicht zu verwechseln mit einer nachhaltigen Veränderung des Preisauftriebs. Denn genauso schnell wie das Inflationsgespenst erscheint, wird es auch wieder verschwinden – und damit auch die Sorgen am Rentenmarkt vor einem deutlichen Renditeanstieg. Doch in der nächsten Zeit sollte man bei Zinspapieren Vorsicht walten lassen – und eine kürzere Duration bevorzugen. 

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