Konjunktur und Strategie 08/2021: Höhere Zinsen: Eine Gefahr für den Aktienmarkt?

Konjunktur und Strategie 08/2021: Höhere Zinsen: Eine Gefahr für den Aktienmarkt?

Der jüngste Anstieg der Inflationsraten hat viele Marktteilnehmer überrascht und für steigende Zinsen und Kapitalmarktrenditen gesorgt. Dr. Christian Jasperneite, Chief Investment Officer von M.M.Warburg & CO erläutert im aktuellem Kapitalmarkt-Kompass, warum die Inflationsrate in den nächsten Monaten weiter ansteigt und weshalb man dennoch mittelfristig wieder von einem Rückgang der Preissteigerungsraten ausgehen kann. Aber was bedeuten steigende Preise für die Kurse von Aktien und Anleihen?

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Im aktuellen Interview mit dem Börsen Radio hören Sie unseren aktuellen Börsenkommentar, der sich unter anderem mit der Frage beschäftigt, ob und wie stark die Aktienmärkte überbewertet sind und ob nun bald das Platzen einer Bewertungsblase droht:

Carsten Klude im Börsen Radio: “Das Ende der Fahnenstange an den Börsen ist noch nicht erreicht”

Auch in unserem aktuellen Flash Report “Konjunktur & Strategie” beschäftigen wir uns mit der Frage, ob steigende Zinsen zum Spielverderber für den Aktienmarkt werden können

* Höhere Zinsen: Eine Gefahr für den Aktienmarkt? 

Seit Jahresbeginn sind die Renditen für Staatsanleihen in den USA und in der Eurozone deutlich angestiegen. Ursache für den Renditeanstieg sind vor allem die deutlich gestiegenen Inflationserwartungen. Unterstellt man einen “normalen” Verlauf der monatlichen Inflationsraten, so wie er im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahren zu beobachten war, würde der PCE-Preisindex, von dem die US-Notenbank ihre geldpolitischen Entscheidungen primär abhängig macht, allein basisbedingt im zweiten Quartal Werte von rund 2,5 Prozent erreichen und sich dann bis Jahresende bei zwei Prozent einpendeln. Der im Moment zu beobachtende scharfe Anstieg einiger Rohstoffpreise spricht sogar dafür, dass es zumindest im Januar und Februar zu einem überdurchschnittlich starken monatlichen Anstieg der Inflationsrate kommt, sodass auch eine Inflationsrate von drei Prozent oder sogar leicht oberhalb davon im zweiten Quartal denkbar ist.

Wir gehen jedoch weiterhin davon aus, dass es nicht zu einer dauerhaft höheren Inflation kommen wird. Die inflationssenkenden Effekte der vergangenen Jahre und Jahrzehnte haben nach wie vor Bestand. Steigende Rohstoffpreise und höhere Transportkosten, die beispielsweise auf Engpässe bei Containerschiffen zurückzuführen sind, haben nach wie vor viel mit Corona-bedingten Angebotsverknappungen und der Wirkung von Basiseffekten zu tun.Dennoch kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Kapitalmärkte einen stärkeren und länger anhaltenden Preisauftrieb erwarten als wir ihn für wahrscheinlich halten. In diesem Fall müsste mit einem weiteren Renditeanstieg gerechnet werden.

In der Vergangenheit war es häufig so, dass steigende Zinsen bzw. Kapitalmarktrenditen zum Spielverderber einer Aktienmarkthausse wurden. Höhere Zinsen können dem Aktienmarkt vor allem dann schaden , wenn sie das Resultat einer restriktiveren Geldpolitik sind. Die gute Nachricht ist, dass im Gegensatz zu den Jahren 2015 und 2018 kein Störfeuer von der Geldpolitik droht und zudem kräftiger Rückenwind für die Aktienmärkte von der Konjunkturerholung ausgeht.

 

 

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