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Swisscanto CIO Survey: Gold und KI-Aktien im Fokus

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Die erste Ausgabe des Swisscanto CIO Survey zeigt, wie Chief Investment Officers (CIOs) von Schweizer Finanzinstituten die Entwicklung diverser Assetklassen einschätzen und welche Asset Allokation sie jeweils für einen Zeitraum von sechs Monaten vorsehen. Die Umfrage liefert somit wertvolle Einblicke in die Positionierung und Marktmeinung der Schweizer Finanzinstitute.

Geliebt: Realwerte wie Gold und Immobilien

Die Umfrageergebnisse zeigen, dass trotz einer Verdopplung des Goldpreises innerhalb von zwei Jahren nur 8% der befragten CIOs von einem sinkenden Goldpreis in den kommenden sechs Monaten ausgehen. Bemerkenswert ist zudem, dass keiner der befragten Expertinnen und Experten Gold in den Portfolios untergewichtet - und niemand einen Preisrückgang auf unter USD 3'500 pro Unze erwartet. Im Gegenteil: Fast ein Drittel der CIOs rechnen mit einem erneuten starken Preisanstieg auf über USD 4'500. Dieses hohe Maß an Optimismus könnte auf eine gewisse Euphorie hinweisen, die auch als potenzielles Warnsignal interpretiert werden kann.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den börsennotierten Schweizer Immobilienfonds: Trotz hoher Agios (Aufpreis zum inneren Wert Net Asset Value) von über 35% gegenüber dem Buchwert erwarten fast 90% der Befragten eine moderate Performance von 0 bis 6%. Lediglich 10% der CIOs gehen von sinkenden Preisen aus.

Gemieden: CHF-Anleihen

CHF-Anleihen dienen als sicherer Hafen – und dies aus gutem Grund. Denn im Gegensatz zu anderen Staaten hat die Schweiz geringe Verschuldungs- und Inflationsprobleme, und auch die Schweizer Unternehmensanleihen sind von hoher Qualität.

Gerade deswegen weist der Index nur noch eine niedrige Renditeerwartung auf, welche von den befragten CIOs als unattraktiv bewertet wird. 82% haben CHF-Anleihen in ihrer aktuellen taktischen Vermögensallokation untergewichtet. Dies ist konsistent mit der Erwartung, dass die Rendite von Eidgenossen nicht ins Negative fällt. Nur gerade 10% der befragten CIOs sehen wieder negative Renditen (wie 2015 bis 2021). Dies, obwohl die Renditen bis zu fünf Jahren Laufzeit bereits negativ sind und die Inflation und Leitzinsen bei 0% liegen. Das ist für uns die größte Überraschung der Swisscanto CIO Survey. Gemieden werden auch globale Staatsanleihen. Lediglich 6% der Befragten haben diese übergewichtet, während 63% sie in ihrer Allokation untergewichten.

CIOs sehen keine akute Blase bei KI

Im Rahmen der Umfrage wurden die CIOs um ihre Einschätzung zur aktuellen Marktentwicklung im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) gebeten. Dabei zeigte sich ein geteiltes Meinungsbild: 45% der Befragten sehen die aktuelle Situation nicht als Blase an. Gleichzeitig erwartet jedoch fast die Hälfte der CIOs, dass die KI-Blase zwischen 2027 und 2030 platzen wird. Trotz der aktuellen Präsenz des Themas in der Öffentlichkeit sind es lediglich 9% der Befragten, die bereits im Jahr 2026 mit einem solchen Szenario rechnen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Mehrheit der CIOs zwar potenzielle Risiken im KI-Bereich erkennen, diese Gefahren jedoch eher mittelfristig erwarten.

Schweizer Aktien im Mittelfeld, Schwellenländer vorne

Die Umfrageteilnehmenden setzen Aktienregionen „Schwellenländer“ und „USA“ hinsichtlich ihrer Attraktivität auf den ersten beziehungsweise zweiten Platz, gefolgt von Schweizer Aktien. Europa und Japan landen auf den hinteren Plätzen. Interessant: Sowohl der US-amerikanische S&P500 als auch der MSCI Emerging Markets haben ein hohes Gewicht in KI-Firmen. CIOs setzen somit trotz den oben erwähnten mittelfristigen Verlustrisiken stark auf diese Technologie. Für Schweizer Aktien hingegen gibt es keine klare Meinung: 51% der Befragten stufen die Titel neutral ein, während 9% eine Untergewichtung vornehmen und 41% eine Übergewichtung bevorzugen.

Ein interessantes Ergebnis zeigt sich bei den Anlagestrategien: Der Faktor „Quality“ steht trotz schwacher Performance im Jahr 2025 weiterhin im Fokus der CIOs. Gleichzeitig ist der Faktor „Growth“ deutlich beliebter als „Value“. Small Caps, die im Vergleich zu Large Caps eine schlechtere Performance gezeigt haben, werden von den Befragten ebenfalls als weniger attraktiv angesehen.

Schweizer Franken bleibt die Nummer 1

64% der befragten CIOs erachten den Schweizer Franken als die attraktivste Währung. Dies trotz einer bereits starken Aufwertung in diesem Jahr. Das unterstreicht seine Rolle als „sicherer Hafen“. Bei den Fremdwährungen werden insbesondere der kanadische Dollar und das britische Pfund als unattraktiv angesehen, während der Euro aktuell als beliebteste Fremdwährung gilt. Eigentlich würde die Schweizer-Franken-Präferenz nahelegen, dass Fremdwährungsrisiken entsprechend abgesichert werden. Allerdings zeigt die Umfrage, dass nur eine Minderheit der Befragten (14%) die Währungsabsicherung erhöhen will. Ein möglicher Grund dafür sind wohl die weiterhin hohen Absicherungskosten von bis zu 3% im Falle des US-Dollar.

Fazit

Realwerte wie Gold, Aktien und Immobilien sind deutlich stärker gefragt als Anleihen. Gerade beim Gold ist aber die Meinung in einem solchen Maße einstimmig, dass die Preissteigerung ein Warnsignal sein könnte. Die allgemeine Stimmung unter den CIOs ist optimistisch, jedoch nicht übertrieben euphorisch. 


Über die Swisscanto CIO Survey

Die neue Swisscanto CIO Survey wird halbjährlich vom Bereich Multi-Asset-Solutions des Asset Managements der Zürcher Kantonalbank erhoben. Die Umfrage bietet erstmals einen strukturierten und systematischen Einblick in die Markteinschätzungen von Schweizer CIOs und basiert hauptsächlich auf einem Set von wiederkehrenden Fragen. Die Umfrage wurde zwischen dem 24. November und dem 8. Dezember 2025 durchgeführt. Insgesamt wurden 130 CIOs angefragt, von denen 51 an der Befragung teilnahmen. Die Beobachtungsperiode der Umfrage bezieht sich auf einen Ausblick von sechs Monaten und deckt verschiedene Aspekte der Markteinschätzung ab.

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