Börsennotierte Infrastrukturaktien – eine defensive Anlageklasse

Börsennotierte Infrastrukturaktien – eine defensive Anlageklasse

Höhere Dividendenrenditen, geringere Kursschwankungen, stabilere Cashflows und eine ausgeprägte Robustheit gegenüber Konjunkturschwankungen: Börsennotierte Infrastrukturtitel haben gegenüber vielen herkömmlichen Aktien einiges zu bieten.

Ein Blick auf die vergangenen Monate seit dem 4. Quartal 2018 offenbart zweifelsfrei, dass wir uns in einer Phase typischer spätzyklischer Entwicklungen befinden, die unter anderem durch einen starken Anstieg der Volatilität an den Aktienmärkten geprägt ist. Zudem müssen selbst die größten Optimisten am Finanzmarkt einsehen, dass die Probleme, die die Marktschwankungen 2018 ausgelöst haben, weiterhin ungelöst sind, einschließlich eines potenziellen Handelskrieges und der Angst vor einer Konjunkturabkühlung. Anleger sollten nun dringend ihr (Aktien-)Portfolio absichern und sich defensiver ausrichten: Börsennotierte Infrastrukturtitel sind ein sehr guter Weg, um das Portfolio defensiver zu gestalten und gegen Abwärtsrisiken zu schützen.

Einzigartige Merkmale sorgen für Stabilität in Spätzyklen

Alle, die dies nun als einmaliges Ereignis abtun, sollten sich die nachstehende Analyse genauer anschauen: In den letzten 45 Jahren konnten börsennotierte Infrastrukturunternehmen weltweit in spätzyklischen Phasen in der Regel mit hohen absoluten und relativen Renditen aufwarten und die internationalen Aktienmärkte dabei jährlich im Schnitt um 5% übertreffen. Allgemeiner betrachtet haben Infrastrukturtitel über volle Marktzyklen hinweg aktienähnliche Renditen erwirtschaftet, allerdings mit geringerer Volatilität und erheblich geringerem Abwärtsrisiko.

Mehrrendite ggü. globalen Aktien (1973–2018)

Quelle: Thomson Reuters, Conference Board, Nationales Büro für Wirtschaftsforschung (NBER) und Cohen & Steers. Datum: 31.12.2018. Rendite basierend auf dem annualisierten arithmetischen Mittel der monatlichen Renditen. Von NBER festgelegte US-Rezessionen. Expansionsperioden unterteilt nach Cohen & Steers basierend auf den wichtigsten Trends im Conference Board Coincident Index (CBCI): früher Zyklus (Beschleunigung des CBCI); mittlerer Zyklus (stabiler CBCI) und später Zyklus (verlangsamender CBCI). Die Infrastrukturrenditen basieren auf einer Zusammenstellung von Sektoren der Thomson Reuters Worldstream Index-Reihe und ermöglichen eine längerfristige Analyse über mehrere Zyklen hinweg, als dies bei modernen börsennotierten Infrastrukturindizes der Fall ist. Der Composite hatte seit seiner Auflegung im Jahr 2009 eine Korrelation von 0,95 zum FTSE Global Core Infrastructure 50/50 Index. Global Equities basiert auf dem Thomson Reuters Worldstream Global Equity Index. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist keine Garantie für zukünftige Ergebnisse.

Diese einzigartigen Merkmale lassen sich sehr einfach mit den Charakteristika dieser defensiven Anlageklasse erklären. Dazu gehören unter anderem:

  • Hohe Eintrittsbarrieren: Infrastrukturunternehmen sind in der Regel monopolistisch, sodass das jeweilige Unternehmen in einem dauerhaft stabilen Marktumfeld agieren kann
  • Konstante Nachfrage: Die Anlageklasse erzielt stabile nichtzyklische Cashflows und profitiert von langfristigen Trends, die weltweit zu steigenden Infrastrukturausgaben führen
  • Definierte und vorhersehbare Ertragsströme: Cashflows werden von einem langfristigen, vertragsbasierten und inflationsgebundenen Ertragswachstum getragen, das als Absicherung gegen Inflations- und Zinsanstieg dienen kann.

Aufgrund der genannten Merkmale ist das Ertrags- und Dividendenwachstum bei Infrastrukturunternehmen in der Regel stabil und vorhersehbar, weshalb sie in unsicheren Zeiten eine besonders attraktive Anlage darstellen.

Börsennotierte Infrastrukturtitel – warum jetzt?

Historische Zahlen sind schön und gut, doch es gibt noch mehr Gründe, warum Anleger börsennotierte Infrastrukturtitel in ihr Aktienportfolio aufnehmen sollten. Denn sie bieten nicht nur Schutz gegen Abwärtsrisiken, sondern können langfristig aktienähnliche Renditen erzielen.

Es gibt zudem eine Reihe von Gründen, warum der Bereich Global Listed Infrastructure in den kommenden Monaten und Jahren sogar besser abschneiden könnte als internationale Aktien:

  • Die erwartete annualisierte Gesamtrendite für globale börsennotierte Infrastrukturtitel bewegt sich zwischen 9% und 15% und profitiert von verschiedenen langfristigen Antriebsfaktoren wie einer veralteten Infrastruktur, der steigenden Nachfrage nach US-Erdgas, erhöhten Ausgaben für Mautstraßen und Flughäfen, Datenwachstum und der Entwicklung erneuerbarer Energien.
  • Darüber hinaus ist der Bereich Global Listed Infrastructure entscheidend für den Erfolg des UN-Nachhaltigkeitsziels Nr. 9 „Industrie, Innovation und Infrastruktur“, das den Aufbau einer soliden Infrastruktur bis 2030 beinhaltet. Um dieses Ziel zu erreichen, schätzt die OECD den Investitionsbedarf für den Ausbau der weltweiten Infrastruktur bis 2030 auf USD 6,3 Bio. jährlich.

Und schließlich sind globale börsennotierte Infrastrukturunternehmen seit jeher ein effektives Diversifizierungsinstrument im Portfolio, wie ihre relativ geringe Korrelation mit anderen Anlageklassen beweist. Nach ihrem durch die Finanzkrise bedingten Anstieg ist die Korrelation mit internationalen Aktien wieder auf das vorherige langfristige Niveau von 0,65 (2010 bis März 2019) gesunken. Dieses Diversifizierungspotenzial von Infrastrukturtiteln könnte sich angesichts einer eventuell bevorstehenden Phase niedrigerer Marktrenditen als besonders wichtiger Faktor erweisen.

Die Bedeutung eines aktiven Fondsmanagements

Während Anleger zunehmend die strukturellen Faktoren dieser Anlageklasse zu schätzen lernen, kann die Bedeutung eines aktiven Fondsmanagements in diesem Bereich nicht genug betont werden, denn die Unterschiede in der Wertentwicklung innerhalb der Teilsektoren des Bereichs börsennotierter Infrastrukturtitel (Kommunikation, Midstream/Pipelines, Versorgung und Transport) können erheblich sein. Grund hierfür ist die unterschiedlich starke Sensitivität gegenüber Makrofaktoren innerhalb des breit gefächerten Universums.

Ein Beispiel: 2018 erzielte der Teilsektor Gasversorgung eine positive Rendite von fast 10% in US-Dollar, während bei Seehäfen (Transportsektor) ein Rückgang von ca. 17% zu verzeichnen war. Während der Finanzkrise klaffte in Bezug auf die Wertentwicklung eine Lücke von über 50% zwischen den besten und schlechtesten Teilsektoren.

Sind Sie interessiert an einer Anlageklasse mit defensivem Charakter bei gleichzeitig attraktiven erwarteten Renditen, Diversifizierungsvorteilen und nachhaltigem Investmentansatz? Die Global Listed Infrastructure-Strategie von Nordea bietet Ihnen eine attraktive Möglichkeit, Ihr Portfolio im Spätzyklus zu stabilisieren.

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