Die Global Listed Infrastructure-Strategie von Nordea

Die Global Listed Infrastructure-Strategie von Nordea

  • Die Anlageklasse Global Listed Infrastructure (GLI) hinkte 2019 zwar dem weltweiten Aktienmarkt leicht hinterher, der eine Rendite von 28% verbuchte, erzielte aber mit 25% dennoch eine solide Rendite.
  • Auch 2020 könnte die Anlageklasse weiterhin von positiven Fundamentaldaten und Bewertungsabschlägen profitieren.

Die Unsicherheit am Markt nimmt aufgrund politischer Veränderungen und geopolitischer Ereignisse erneut zu, was verlässliche Vermögenswerte und Ertragsströme börsennotierter Infrastrukturunternehmen begünstigt.

2019 konnten sich die weltweiten Aktienmärkte dank nachlassender Rezessionsängste und der erneut expansiveren Geldpolitik der Zentralbanken vieler Märkte starker Renditen erfreuen. Börsennotierte Infrastrukturunternehmen konnten dabei annähernd mit dem breiter gefassten Markt Schritt halten, ihre maßgeblichen Performance-Faktoren waren jedoch von der allgemeinen Risikofreude am Markt unabhängig. Stattdessen profitierten die Infrastrukturunternehmen 2019 von Bewertungsabschlägen im Vergleich zu den Bewertungen am privaten Markt und von steigender Anlegernachfrage.

Auch zunehmende Aktivitäten im Bereich Fusionen und Akquisitionen (M&A) kamen der Anlageklasse im Jahresverlauf zugute, wurden doch im vergangenen Jahr Zusammenschluss- und Übernahmegeschäfte in einem Volumen von knapp 60 Mrd. USD bekanntgegeben. Privatanleger investieren verstärkt in Infrastrukturen, die rar gesät und schwierig zu entwickeln sind, was reichlich Kapital in die für Privatanleger attraktiven bestehenden börsennotierten Titel spült. Die Bewertungsabschläge börsennotierter Infrastrukturunternehmen zeigen sich insbesondere daran, dass die weltweit größten und erfahrensten Investoren ihre M&A-Deals mit einer durchschnittlichen Prämie von mehr als 30% der Aktienkurse abschlossen.

Der Ausblick für den breiteren Markt trübt sich 2020 angesichts der bestehenden Unsicherheit zunehmend ein. Die makroökonomischen Bedingungen der internationalen Märkte sind unter anderem mit Blick auf die bevorstehenden Wahlen in den USA, das zunehmende geopolitische Risiko in Nahost und Nordkorea sowie die Durchführung des Brexit nach wie vor unvorhersehbar und entsprechend ungewiss. Börsennotierte Infrastrukturunternehmen sind unserer Ansicht nach gut aufgestellt, um den Anlegern attraktive Renditen und solidere Erträge als der breitere Aktienmarkt zu liefern.

Sie bieten den Anlegern dank konstanter und in Bezug auf unerwartete makroökonomische Ereignisse relativ unempfindlicher Cashflows in diesem unsicheren Umfeld mehr Gewissheit und Verlässlichkeit. Die relative Stabilität und das Wachstumspotenzial der börsennotierten Infrastrukturunternehmen basieren insbesondere auf folgenden Faktoren:

  • Kontinuierliches organisches Wachstum infolge des anhaltenden Bedarfs an Unternehmen, die in bestehende Infrastrukturobjekte ohne Korrelation zu makroökonomischen Prognosen investieren
  • Nachfrage nach Infrastrukturen für erneuerbare Energien zur Unterstützung der weltweiten Initiativen zur Reduzierung von Treibhausgasen
  • Zunehmendes Datenwachstum und erforderlicher Ausbau von Kommunikationsinfrastrukturen, um der Verbrauchernachfrage nachzukommen

Börsennotierte Infrastrukturunternehmen in den Industrieländern besitzen weltweit Infrastrukturobjekte im geschätzten Wert von 6,1 Bio. USD. Die Ausgaben dieser Unternehmen für Ausbau, Austausch und Erweiterung bestehender Infrastrukturobjekte dürften sich unseren Schätzungen zufolge auf 200 Mrd. USD jährlich belaufen. Daraus ergibt sich ungeachtet des ungewissen makroökonomischen Umfelds ein organisches Wachstum von 3,2%. Entsprechende Investitionen erfolgen im Einklang mit einer aufsichtsrechtlichen Struktur, die Unternehmen eine hohe Gewissheit im Hinblick auf die künftig erzielbare Rendite bietet und so für zusätzliche Stabilität und Transparenz bei Cashflows im Infrastrukturbereich sorgt.

In den Industrieländern wächst der politische Druck, CO2-Emissionen zu reduzieren, und die Eindämmung des Treibhauseffekts ist ein wichtiges Schwerpunktthema der internationalen Energiepolitik. Ein Mittel auf dem Weg zur Erreichung der Emissionsziele ist die Stilllegung von Kohlekraftwerken zugunsten erneuerbarer oder erdgasbasierter Energieerzeugung. Börsennotierte Infrastrukturunternehmen investieren stark in diesen Wandel, was sich günstig auf ihre Gewinne und Dividenden auswirkt.

Der Ausbau von Kommunikationsinfrastrukturen hängt mit dem steigenden Datenvolumen im drahtlosen Datenverkehr sowie dem Internet der Dinge zusammen. Unternehmen im Kommunikationsbereich stecken viel Kapital in ihre Vermögenswerte, um die zyklusunabhängige Nachfrage nach verstärktem Online-Datenverkehr und verbundenen drahtlosen Geräten zu befriedigen. Wir gehen davon aus, dass diese Investitionen den Unternehmen in diesem Sektor ein konstantes Cashflow-Wachstum bescheren dürften.

Den Ausblick börsennotierter Infrastrukturunternehmen sehen wir weiterhin positiv. Die Investitionen müssen den ehrgeizigen Nachhaltigkeitszielen der UN (SDG’s) genügen, die Infrastrukturunternehmen die Chance verschaffen, durch ihren Kapitaleinsatz attraktive Renditen zu erwirtschaften und so für Gewinn- und Dividendenwachstum zu sorgen. Die Förderung solcher Investitionen ist ein langfristiges Thema, das unserer Ansicht nach auch in einem unsicheren Konjunkturumfeld wachstumsförderlich wirkt. Dies ist insbesondere der Fall

(1) beim Abbau von Treibhausgasen in der Energiegewinnung zugunsten von Infrastrukturinvestitionen für erneuerbare Energien und Energiegewinnung aus Erdgas und

(2) dem raschen Wachstum des weltweiten Datenverkehrs, das für organisches Wachstum bei Unternehmen für Datenübertragungs-, Verarbeitungs- und Speicherinfrastrukturen sorgt.

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