Harry Granqvist: „Wir müssen zwischen den Dekarbonisierungsraten für Europa und die Schwellenländer unterscheiden“

Bei der jüngsten Weltklimakonferenz COP26 wurde erstmals der Abschied von der Kohle in das Schlussdokument aufgenommen. Die Staaten werden aufgerufen, ihre Bemühungen zu beschleunigen, um den Ausstieg aus der Kohle einzuleiten, und ihre Subventionen für fossile Energieträger einzustellen. Nachdem neben China auch Indien die Formulierung zur Abkehr von der Kohle deutlich abgeschwächt hat, stellt sich die Frage, welche Last die Industrieländer und die Entwicklungsländer jeweils bei der Dekarbonisierung tragen. Harry Granqvist, Senior-ESG-Spezialist und Klima-Experte bei Nordea Asset Management, plädiert jedoch dafür, die Frage differenziert zu sehen und zugleich neben den Dekarbonisierungszielen andere Nachhaltigkeitsziele nicht aus dem Blick zu verlieren:

„Wenn wir uns Klima- und Dekarbonisierungsziele setzen, dürfen wir andere nachhaltige Entwicklungsziele nicht aus den Augen verlieren, die in anderen Teilen der Welt äußerst wichtig sind. Es geht darum, einen gerechten Übergang zu einer klimaneutralen Weltwirtschaft zu ermöglichen, bei dem Klimaschutzmaßnahmen mit anderen nachhaltigen Entwicklungszielen in Einklang gebracht werden. Bei den Klimazielen beispielsweise, die wir für unsere Portfolios festgelegt haben, unterscheiden wir tatsächlich zwischen Dekarbonisierungsraten für Europa und für die Schwellenländer. Denn uns ist bewusst, dass letztere einen anderen Ausgangspunkt haben. Ziele wie eine flächendeckende Stromversorgung sind für die Entwicklung der Schwellenländer wichtig und müssen in einigen erst noch erreicht werden. Es ist an vielen Stellen noch unklar, wie wir die 17 UN-Nachhaltigkeitsziele genau ausbalancieren können. Wir dürfen jedoch nicht aufhören, nach einer solchen Balance zu suchen.“

 

 

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*Quelle: Nordea Investment Funds S.A., 30.06.2021

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