Asbjørn Trolle Hansen, Portfoliomanager des Nordea 1 - Stable Return Fund
02. Jan 2018 1384 Views

Interview Asbjørn Trolle Hansen, Portfoliomanager des Nordea 1 – Stable Return Fund

Rückblick auf das Jahr 2017: ein Interview mit Asbjørn Trolle Hansen

“2017 ist ein ungewöhnliches Jahr gewesen”

Dezember 2017

Vor kurzem haben wir uns mit Dr. Asbjørn Trolle Hansen – dem Leiter des Multi Assets Teams (MAT) von Nordea – getroffen, um mit ihm über jene Themen zu sprechen, die Anleger und Kunden zurzeit am meisten beschäftigen: die jüngsten Ent­wicklungen am Markt, die Herausforderungen des derzeitigen Niedrigzinsumfelds und die aktuellen Trends in der Asset Management-Branche. Insbesondere aber wollten wir seine Meinung und seine kritische Einschätzung zu seinen eigenen Wertentwicklungsergebnissen hören.

Asbjørn Trolle Hansen, Portfoliomanager des Nordea 1 - Stable Return Fund

Asbjørn Trolle Hansen, Portfoliomanager des Nordea 1 – Stable Return Fund

Hallo Asbjørn. Vielen Dank, dass Sie sich heute Zeit für uns nehmen. Da sich das Jahr 2017 allmählich seinem Ende zuneigt, würden wir gerne erfahren, wie Sie das zurückliegende Jahr beurteilen.

2017 ist ein ungewöhnliches Jahr gewesen, da wir keine Korrekturbewegung risikoreicher Anlageklassen erlebt haben. Das ist wirklich ungewöhnlich und stellt zweifel­los einen Unterschied zu den letzten Jahren dar. Ein ste­tiges Weltwirtschaftswachstum sowie einige bedeutende positive Entwicklungen auf politischer Ebene haben dazu beigetragen, dass die Wertschwankungen an den Märkten sehr gering ausfielen. So haben sich viele An­lageregionen positiv entwickelt, während die Ergebnisse auf Branchenebene uneinheitlicher ausgefallen sind. Dabei sind in erster Linie Unternehmen aus dem Inter­netumfeld zu nennen. Daher ist die Entwicklung der Finanzmärkte mit der vergleichbar, die Ende der 1990er Jahre bzw. zuletzt in den Jahren 2006 und 2007 zu be­obachten war – obwohl ich nicht der Meinung bin, dass uns eine abrupte Kurskorrektur bevorsteht.

Dies steht in deutlichem Gegensatz zu unseren Erfah­rungen aus den letzten Jahren. Sie mögen sich vielleicht noch an den Sommer 2015 erinnern, als die Sorgen um einen potenziellen „Grexit“, die Angst vor einer mög­lichen Leitzinsanhebung in den USA sowie die Be­fürchtungen, dass die chinesische Wirtschaft eine „harte Landung“ hinlegen könnte, deutlich zunahmen. Im Jahr 2016 waren es dann die Sorgen um die Weltwirtschaft sowie ein Einbruch der Rohstoffpreise (die durch ein fehlendes Gewinnwachstum sowie die Brexit-Panik noch verstärkt worden sind), welche die Aktienkurse weltweit erheblich unter Druck gesetzt haben. In der Folge stieg dann auch die Volatilität an, und risikoreiche Anlage­klassen wurden von einer heftigen Verkaufswelle erfasst.

In diesem Jahr war hingegen nichts dergleichen zu be­obachten. Es gab schlicht und einfach keine Marktkor­rektur. Sogar für festverzinsliche Wertpapiere war 2017 ein sehr gutes Jahr. Und üblicherweise wird bei einem so ausgeprägten Haussemarkt auch kaum noch zwi­schen einzelnen Anlagen differenziert. Deshalb blicken Anleger, die sich darauf konzentriert haben, vom Beta zu profitieren – und zwar insbesondere vom Credit- oder Aktien-Beta – auch auf ein sehr erfreuliches Jahr zurück.

Wie schätzen Sie denn das aktuelle Marktum­feld ein?

In erster Linie vertrete ich die Auffassung, dass die Credit-Märkte mittlerweile in hohem Maße durch güns­tige volkswirtschaftliche Faktoren beeinflusst werden. Bereits eine leichte Normalisierung dieses Umfelds wäre deshalb für die Zinsdifferenzen an den meisten Märkten problematisch. Darüber hinaus sind die Renditen an den Anleihenmärkten nach wie vor niedrig, so dass in den nächsten Jahren eine Normalisierung erforderlich ist. In einigen Regionen sind wir von diesen „normalen Niveaus“ aber noch ziemlich weit entfernt. Derweil gibt es an den Aktienmärkten vor allem auf Sektorenebene Unterschiede. So spiegeln sich in den Kennzahlen von IT-Titeln (und zwar allen voran von Internet-Firmen) Erwartungen auf ein nachhaltig hohes Wachstum wider, die sich zukünftig als übertrieben erweisen könnten. Vergleichsweise defensive Aktien (die vom Markt vernünftiger beurteilt werden) sind unseres Erachtens hingegen fairer bewertet. Insgesamt ist es zwar unwahr­scheinlich, dass die Anlageklasse Aktien ihre Perfor­mance aus diesem Jahr fortsetzen kann, aber wir gehen nach wie vor davon aus, dass das derzeit vorteilhafte Gewinnumfeld auch 2018 anhalten wird.

Wie üblich wird dabei entscheidend sein, wie sich die Notenbanken verhalten. Schließlich sind es die Notenbanken, denen die Stabilität sowie das ruhige Konjunkturumfeld des aktuellen Zyklus maßgeblich zu verdanken sind. Ihre Strategie kann als Garant für wirtschaftliche und sogar soziale Stabilität nämlich eine entscheidende Rolle spielen. Meiner Meinung nach – und entgegen der Auffassung vieler Skeptiker – haben die Notenbanken hervorragende Arbeit geleistet, als es darum ging, die Welt durch eine Phase zu manövrieren, die ansonsten durchaus zu einer handfesten Depression hätte anwachsen können. Wir erleben momentan histo­rische Zeiten, in denen eine extrem lockere Geldmarkt­politik allmählich zurückgefahren wird. Deshalb muss den Anlegern absolut bewusst und klar sein, wie und wann dies geschehen wird.

Was erwarten Sie vor diesem Hintergrund mit Blick auf die langfristigen Erträge?

Wie Sie vermutlich wissen, sind die langfristigen Er­tragserwartungen zuletzt zurückgegangen. Somit wer­den sich die für die nächsten 10 Jahre erwarteten Erträge also deutlich von den Anlageergebnissen der letzten 10 Jahre unterscheiden. Dies gilt insbesondere für Anleihen, denn in dieser Anlageklasse sind die erwarteten Erträge derzeit lediglich dürftig – und zwar unabhängig davon, ob es sich um Staatsanleihen, Unternehmenspapiere etc. handelt. Deshalb werden die vorrangigen Ertragsquel­len der letzten Jahre die Wertentwicklung im kommen­den Jahrzehnt wohl nicht mehr bestimmen. Dies ist ein weiterer Grund dafür, weshalb die Anleger inzwischen wieder verstärkt auf Aktien setzen – was ich übrigens für sinnvoll halte. Wir machen das ja schließlich auch. Konservative Investoren werden sich allerdings die Frage stellen müssen, wie man Aktien in ein Portfolio in­tegriert, ohne sich gleichzeitig den Wertschwankungen und den Rückschlägen auszusetzen, die damit tenden­ziell einhergehen. An dieser Stelle bedarf es wohl einer gewissen Innovationskraft – zumal man sich vor Augen führen sollte, dass Anleihen vermutlich nicht einmal mehr einen Inflationsausgleich bieten werden.

Welche Möglichkeiten muss die Anlagephilo­sophie des Multi Assets Teams von Nordea angesichts dessen denn bieten, damit Anleger diesem schwierigen Umfeld erfolgreich trotzen können?

Eine Situation, in der ein Markteinbruch droht, würde man natürlich tunlichst vermeiden. Sie erinnern sich aber vielleicht, dass es nicht unser Ziel ist, kurzfristige Marktprognosen abzugeben – das ist nicht unser Kom­petenzbereich. Wir sind also nicht bestrebt, die Märkte zu timen, sondern betrachten einzelne Märkte und Anlageklassen sowohl unter Berücksichtigung ihres langfristigen Ertragspotenzials als auch mit Blick auf das kurzfristige Risiko.

Bei unserer Anlagephilosophie geht es vielmehr um einen Risikoausgleich und das Erwirtschaften der angestrebten Erträge. So werden wir unsere Prozesse nicht verändern, um Renditen nachzujagen. Aus diesem Grund jagen wir auch nicht dem Markt-Beta hinterher, nur weil die Märkte gerade gut laufen. Wir halten einfach an unserem Investmentprozess fest – wie wir dies bereits seit über einem Jahrzehnt tun.

Ich denke, unsere Anleger würden jetzt gerne erfahren, wie Sie die jüngste Wertentwicklung des Nordea 1 – Stable Return Fund (N1-SRF) und des Nordea 1 – Flexible Fixed Income Fund (N1-FFIF) beurteilen.

Asbjørn Trolle Hansen, Portfoliomanager des Nordea 1 - Stable Return Fund

Asbjørn Trolle Hansen, Portfoliomanager des Nordea 1 – Stable Return Fund

Nach einem sehr guten Jahresbeginn haben unsere bei­den Total Return-Strategien im Herbst eine Korrektur­phase durchlaufen. Dieser moderate Rückgang ist durch eine neuerliche Branchenrotation ausgelöst worden, wie sie bereits im zweiten Halbjahr 2016 zu beobachten war. Dazu beigetragen hat auch der Umstand, dass unser Markt-Beta (und zwar sowohl bei Aktien als auch bei Credits) trotz einer sehr guten konjunkturellen Lage und erfreulicher Gewinnmeldungen der Unternehmen in dieser Zeit vergleichsweise niedrig war. Schaut man sich aber das nun zu Ende gehende Jahr insgesamt an, so haben sowohl der N1-SRF als auch der N1-FFIF ihre langfristigen Anlageziele erreicht.

Betrachtet man einmal den N1-SRF, so hat dieser Fonds das investierte Kapital über einen Anlagehorizont von drei Jahren erfolgreich geschützt, während er gleich­zeitig eine Rendite erzielt hat, die vor Gebühren 4 % p.a. über den Erträgen liquider Mittel liegt2. Beim N1-FFIF zeigt sich seit dessen Auflegung (02.05.2013) ein sehr ähnliches Bild, denn dieser Fonds hat die Rendite liqui­der Mittel um 2 % p.a. übertroffen (ebenfalls vor Gebüh­ren)2. Wir erwarten, dass wir diese Anlageziele regelmä­ßig erreichen und gleichzeitig unsere Anleger schützen können, wenn Risikoanlagen unter Druck geraten. Wie an einem beta-getriebenen Markt üblich, werden einige Investoren aus unterschiedlichen Gründen von ihren bisherigen Präferenzen abrücken und versuchen, von diesem Beta zu profitieren. Wir halten jedoch an unse­rem Investmentprozess fest, der darauf abzielt, jene Er­gebnisse zu liefern, die wir unseren Kunden in Aussicht gestellt haben. Aus diesem Grund sind wir der Meinung, dass unsere Ergebnisse dieses Jahres durchaus im Ein­klang mit unserem Investmentprozess stehen.

Nun könnten sich die Kunden natürlich fragen, warum wir das Risikoniveau nicht erhöht haben. Ein solcher Schritt würde jedoch nicht unserer Anlagephilosophie entsprechen und könnte letztlich vor allem auch die Portfolios unserer Anleger gefährden, falls die Märkte eine Trendwende vollziehen würden. Schließlich sind wir für die vielen Investoren aus ganz Europa, die uns ihre Ersparnisse anvertraut haben, verantwortlich und werden die versprochenen Anlageziele daher nicht aufs Spiel zu setzen. Deshalb ist es für uns sehr wichtig, an unserer Anlagephilosophie festzuhalten.

Aus welchem Grund scheinen die Investoren Ihrer Meinung nach ihr Augenmerk inzwischen verstärkt auf die kurzfristigen Erträge zu rich­ten? War das schon immer so oder handelt es sich dabei um eine aktuelle Entwicklung, die darauf zurückzuführen ist, dass mittlerweile viel mehr Informationen zur Verfügung stehen?

Das war schon immer so. Im Verlauf von Marktzyklen wechseln sich Gier und Angst unter den Investoren ab. Gleichzeitig beeinflusst die Tendenz des Marktes auch die Risikobereitschaft sowie das Risikobudget eines Anlegers. Das gilt sogar für große institutionelle Kun­den. Ob ein solches Verhalten nun vernünftig ist, sei einmal dahingestellt – auf jeden Fall ist es in der DNA der Finanzmärkte tief verankert. Dieser Umstand führt aber auch dazu, dass es manchmal schwerfällt, an seinen ursprünglichen Wertvorstellungen und Vermögens­plänen festzuhalten, weil man von allen Seiten gedrängt wird, sich an die gerade aktuelle Entwicklung anzupas­sen. Menschen neigen eben dazu, sich davon übermäßig stark beeinflussen zu lassen. Und Investments bilden da­bei natürlich keine Ausnahme. So lässt uns die Aussicht auf leicht verdientes Geld die damit immer einhergehen­den Risiken oftmals vergessen. In gewisser Weise ist es genau dieses Muster, mit dem wir es auch momentan zu tun haben, und diese Entwicklung könnte Anleger im schlimmsten Fall sehr teuer zu stehen kommen.

Nachdem wir darüber gesprochen haben, wie wichtig es für Sie ist, an Ihrer Anlagephiloso­phie festzuhalten, würde ich gerne mehr über Ihre Entscheidung erfahren, den N1-SRF einem Softclosing zu unterziehen. Obwohl der Druck seitens der Kunden, den Fonds offen zu halten, seinerzeit hoch war, hat Nordea Asset Manage­ment alle ziemlich überrascht, als der Fonds im September 2016 für Neuanlagen geschlossen wurde. Was können Sie uns darüber sagen?

Ich würde nicht behaupten, dass wir wirklich alle über­rascht haben. Wir hatten unsere Anleger stets darüber informiert, dass wir bei rund 20 Mrd. EUR an unsere Kapazitätsgrenze stoßen würden, und haben dann letzt­lich genau das getan, was wir auch angekündigt hatten. Wir haben diese Entscheidung getroffen, weil ich darauf bestehe, die Erwartungen, die ich bei den Anlegern geweckt habe, auch zu erfüllen. Damals hatte ich das Gefühl, dass es der richtige Zeitpunkt für einen solchen Schritt war, weil wir der Meinung waren, die Strategie nicht mehr mit dem gleichen Risiko-/Ertragsprofil ver­walten zu können, wenn wir noch weitere Anlagegelder einsammeln würden. Dann hätten wir im Rahmen der Einzeltitelselektion nämlich Probleme beim flexiblen

Kauf und Verkauf von Aktien bekommen können. Und deshalb haben wir uns bei diesem Produkt für ein Softclosing entschieden. Das war ein ganz einfacher Ent­schluss, der für mich und meine Anlagephilosophie aber ein ganz zentraler Punkt ist.

Würden Sie sich im Nachhinein wieder für ein Softclosing des Fonds entscheiden?

Unbedingt. Schließlich geht es darum, mit seinen Aus­sagen glaubwürdig zu bleiben. Es geht darum, mit dem Geld unserer Anleger gewissenhaft umzugehen. Es geht um Integrität und auch um unser Selbstverständnis als Team. Das sind Eckpfeiler bei Nordea Asset Management.

Kommen wir zu einem Thema, das momentan sehr angesagt ist: „Risikoprämien“ scheint in der Finanzbranche zurzeit das Schlagwort schlechthin zu sein. Was halten Sie davon?

Asbjørn Trolle Hansen, Portfoliomanager des Nordea 1 - Stable Return Fund

Asbjørn Trolle Hansen, Portfoliomanager des Nordea 1 – Stable Return Fund

Tatsächlich ist die Risikoprämie erneut zu einem Mode­begriff geworden. Das Lustige daran ist, dass wir bereits seit unserem Wechsel zu Nordea und der Gründung des Multi Assets Team im Jahr 2004 mit Risikoprämien arbeiten.

Ich betrachte Risikoprämien gerne lediglich als wissen­schaftlichen Investmentansatz – eine Theorie, die sich in den letzten rund 50 Jahren entwickelt hat. Die Popu­larität des Themas „Risikoprämien“ hat im Laufe der Zeit zwar geschwankt, aber so beliebt wie heutzutage waren sie auch schon vor 10 bis 15 Jahren. Während der Finanzkrise verloren sie in der Gunst der Anleger dann etwas, weil sich diese Strategien – zumindest teilweise – schlicht nicht robust genug umsetzen ließen. Obwohl ich der Meinung bin, dass unsere Branche im Hinblick auf die pragmatischen Details und die Umsetzbarkeit dieses Ansatzes inzwischen Fortschritte macht, gibt es in der Praxis jedoch nach wie vor viele Fallstricke. So funktio­nieren einige Risikoprämien-Strategien scheinbar nur bei günstigen Marktumfeldern, während sich andere nur in turbulenten Marktphasen erfreulich zu entwickeln scheinen. Deshalb bedarf es meiner Auffassung nach immer noch einer gewissen praktischen Erfahrung, um Risikoprämien auf eine robuste Art und Weise zu nut­zen, die auch unter wechselnden finanziellen Umfeldern funktioniert.

Für uns selbst sind Risikoprämien das Herzstück unse­rer Anlagephilosophie, unserer Investmentprozesse und unserer Teamstruktur. Deshalb spielen Risikoprämien bei allen unseren Anlagelösungen eine zentrale Rolle – und zwar unabhängig davon, ob es sich um Total Re­turn-Produkte oder um liquide alternative Investmentlö­sungen handelt. Sie stehen also letztlich im Mittelpunkt unserer Aktivitäten. Wir nutzen Risikoprämien als „Zutaten“ oder „Bausteine“, um die unterschiedlichen Produkte innerhalb unserer Angebotspalette zu struk­turieren. Dabei stellen wir sicher, dass die Auswahl der Risikoprämien sowie deren Kombination miteinander optimal geeignet sind, um die von unseren Kunden an­gestrebten Anlageergebnisse zu erzielen.

Warum haben Sie eigentlich liquide alternative Investmentlösungen aufgelegt, obwohl Ihre Total Return-Produkte doch so erfolgreich sind?

Unsere Total Return-Produkte sind tatsächlich sehr erfolgreich. Das gilt sowohl für den N1-SRF als auch für den N1-FFIF. Warum also haben wir liquide alternative Anlagelösungen entwickelt? Weil unser Handlungs­spielraum bei unseren Total Return-Produkten natür­lich vergleichsweise begrenzt ist. In der Realität setzen Total Return-Produkte nämlich in geringerem Maße auf Risikoprämien und sind für viele Investoren deshalb wohl auch leichter verständlich. Ihr Komplexitätsgrad ist gering, und sie werden seitens der Anlegergemeinde deshalb eher akzeptiert. Denn die Investoren möchten ja gerne schnell erkennen können, welche Art von Produk­ten sie in ihren Portfolios halten.

Wahrscheinlich würden sie außerdem darauf hinweisen, dass derartige Produkte transparenter sind. Tatsächlich sind sie aber nicht transparenter, sondern einfach nur leichter zu verstehen. Da sich durch den verstärkten Einsatz von Risikoprämien unserer Meinung nach aber ein beträchtlicher Mehrwert generieren lässt, struktu­rieren wir auch komplexere Produkte, die zusätzliche Ertragsquellen nutzen möchten. Aus diesem Grund beschäftigen wir uns sehr intensiv mit liquiden alter­nativen Investments. Ich respektiere natürlich absolut, dass sich einige Investoren mit der hohen Komplexität nicht wohlfühlen, und wenn sie der Meinung sind, diese Produkte sind für sie zu kompliziert, sollten sie auch nicht in diese investieren. Wir stellen aber häufig fest, dass diese Strategien einigen Investoren einen hohen Mehrwert bieten. Darüber hinaus vertreten wir die Auf­fassung, dass sie uns als Manager vor allem angesichts des aktuellen Niedrigzinsumfelds ein Mehr an Anlage­chancen eröffnen.

Sie klingen gelassen – als seien Sie mit der Positionierung und der Performance Ihrer Pro­dukte zufrieden. Gibt es irgendetwas, das Sie nachts um den Schlaf bringt?

Unsere Art zu investieren basiert üblicherweise auf einer längerfristigen Investmentauffassung. Außerdem fußen unsere Engagements auf unserem soliden Researchpro­zess. Obwohl wir die Entwicklung unserer Portfolios auf Tagesbasis (und manchmal sogar innerhalb eines Han­delstages) beobachten, schlafe ich nachts sogar eigentlich ziemlich gut. Unseren Mehrwert entfalten wir auf länge­re Sicht – in Verbindung mit unserem Risikoprämien-Re­search. Wir nehmen uns viel Zeit, die entsprechenden Strategien zu entwickeln, neue Anwendungsmöglichkeiten zu finden und sogar völlig neue Risikoprämien zu identifizieren, weil das Potenzial solcher Strategien immer irgendwann einmal ausgeschöpft ist. Wir sind der Meinung, dass wir unsere Ergebnisse auf diese Weise steigern und außerdem den Diversifikationsgrad verbessern können. Letztendlich geht es stets darum, un­seren Kunden die bestmögliche Qualität zu bieten. Man kann sagen, dass ich auf die Qualität unserer Produkte deshalb so extrem großen Wert lege, weil ich weiß, wie wichtig ihre Ersparnisse unseren Anlegern sind.

 


1) Bitte beachten Sie, dass der Nordea 1 – Stable Return Fund per 07. September 2016 einem Soft Closing unterzogen wurde.

2) Wertentwicklungen in der Vergangenheit sind kein verlässlicher Richtwert für zukünftige Erträge, und Anleger erhalten möglicherweise nicht den vollen Anlagebetrag zurück. Bei den erwarteten Erträgen handelt es sich lediglich um Zielvorgaben. Es wird nicht garantiert, dass diese Zielvorgaben auch tatsächlich erreicht werden. Es kann nicht garantiert werden, dass ein Anlageziel, ein erwarteter Ertrag oder die Ergebnisse einer Anlagestruktur auch tatsächlich realisiert werden.

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