Nach den Zwischenwahlen in den USA: Wie geht es weiter an den Finanzmärkten?

Nach den Zwischenwahlen in den USA: Wie geht es weiter an den Finanzmärkten?

Die Experten von DoubleLine Capital, Manager des Nordea 1 – US Total Return Bond Fund und des Nordea 1 – US Bond Opportunities Fund, beschäftigen sich im Folgenden mit der Frage, welche Auswirkungen das Ergebnis der US-Zwischenwahlen auf die Finanzmärkte hat:

„Die Themen, die die Finanzmärkte vor den Zwischenwahlen in den USA beschäftigten, dürften weiter Bestand haben. Die Geldpolitik kennt offenbar nur eine Richtung: Die Fed schrumpft ihre Bilanz um jährlich 600 Milliarden US-Dollar und ist offenbar fest entschlossen, die Leitzinserhöhungen so lange fortzusetzen, bis sich die Makrodaten verschlechtern. Wenn wir die zeitverzögerten Effekte der Geldpolitik berücksichtigen – ganz zu schweigen von den Lehren der Vergangenheit – ist damit zu rechnen, dass der geldpolitische Kurswechsel sehr wahrscheinlich erst erfolgt, wenn wir uns eindeutig in einer Rezession befinden (die wir aktuell nicht erwarten). Der Ausgang der Zwischenwahlen 2018 ändert daran nichts.

Entscheidend für die globalen Finanzmärkte ist dagegen sicher der Handel, das zeigt auch die hartnäckige Börsenschwäche im exportorientierten Ausland seit der Eskalation der Hostilitäten vor einigen Monaten. Bislang hat Präsident Trump seine aggressive Handelspolitik nicht mit neuen Gesetzen, sondern mit den ihm bereits zur Verfügung stehenden Befugnissen durchgesetzt. Wenn neue Handelsabsprachen irgendwann in formelle Abkommen gegossen werden sollen (so etwa USMCA als Nachfolger für NAFTA), müsste dies vom Senat ratifiziert werden – doch der ist immer noch in republikanischer Hand, sogar mit einer etwas komfortableren Mehrheit. Beim Zurückdrehen bestehender Regeln hat die Trump-Regierung dies bisher als Exekutivorgan erledigt. Dass in den nächsten zwei Jahren wichtige Gesetze verabschiedet werden, halten wir für unwahrscheinlich. Hierfür bedürfte es der überparteilichen Zusammenarbeit – angesichts der Mehrheitsverhältnisse im Kongress ein schwieriges Unterfangen, zumal die beiden Parteien mit Blick auf die kommenden Präsidentschaftswahlen eher darauf bedacht sein dürften, ihr jeweiliges Profil zu schärfen. Wahrscheinlicher ist, dass sich das Repräsentantenhaus mit Untersuchungsausschüssen rund um die Trump-Administration beschäftigen wird. Weitere, bereits vor der Wahl äußerst fragliche Steuersenkungen, scheinen jetzt unmöglich, ebenso wie wesentliche Fortschritte bei zentralen Themen wie Gesundheitsreform und Einwanderung.

Allgemein eignen sich binäre Ereignisse wie Wahlen zumeist nicht als Richtschnur für die Assetallokation. Im konkreten Fall sind wir davon überzeugt, dass die bislang marktbestimmenden Faktoren weiterhin Bestand haben werden. Entsprechend war weder der Wahlkampf noch der Ausgang der US-Zwischenwahlen ausschlaggebend für die Zusammensetzung unserer Portfolios.“

 

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