Thema Energie auf der COP26: „Die Mehrheit der Unternehmen, die im Bereich fossiler Brennstoffe tätig sind, richtet sich nicht nach den Pariser Klimazielen“

Energie und Dekarbonisierung stehen im Zentrum der Diskussion auf der Weltklimakonferenz COP26 in Glasgow. Harry Granqvist, Senior-ESG-Analyst bei Nordea Asset Management, kommentiert:

„Die Mehrheit der Unternehmen, die im Bereich fossiler Brennstoffe tätig sind, richtet sich nicht nach den Pariser Klimazielen. Es ist deshalb unglaublich wichtig für uns und andere Investoren, einen aktiven Dialog mit diesen Unternehmen zu führen, da es derzeit keine wirkliche Option ist, zu sagen, wir investieren nur in Unternehmen, die das Netto-Null-Ziel bereits erreicht haben.“

„Natürlich ist es bis zu einem gewissen Grad möglich, den CO2-Fußabdruck eines Portfolios dadurch zu verringern, dass man seine Zusammensetzung ändert – weg von CO2-intensiven Wirtschaftssektoren und hin zu CO2-armen Sektoren wie beispielsweise erneuerbare Energien. Aber um wirklich etwas zu bewirken, müssen wir darauf drängen, dass die Unternehmen, in die wir investieren, eine Strategie vorweisen können, wie sie ihre CO2-Emissionen reduzieren wollen.“

„Wann immer wir ein Unternehmen, das an der Wertschöpfungskette fossiler Brennstoffe beteiligt ist, für ein Investment in Betracht ziehen, sei es ein großes Öl- und Gasunternehmen oder vielleicht ein Versorgungsunternehmen, das ein Gas- oder Kohlekraftwerk betreibt, verlangen wir von diesem Unternehmen eine Strategie, wie es auf einen Weg kommt, der mit dem Ziel der Begrenzung der Erderwärmung auf deutlich unter 2°C vereinbar ist.“

„Gemeinsam mit anderen Investoren sprechen wir im Rahmen der Investoreninitiative Climate Action 100 mit den größten Emittenten der Welt und drängen sie, ihre Emissionen im Laufe der Zeit zu senken und ihre Investitionsausgaben auf dieses Ziel hin auszurichten. Diese Dialoge sind eines der wichtigsten Instrumente, um bei der CO2-Reduktion wirklich etwas zu bewirken.“

„Der US-amerikanische Energieversorger Xcel Energy ist ein gutes Beispiel für ein Unternehmen, mit dem wir derzeit im Gespräch sind. Historisch gesehen war Xcel in seinem Strommix stark auf Kohle angewiesen. Entsprechend groß war sein Kohlenstoff-Fußabdruck. Aber das Unternehmen hat sehr schnell auf unseren Dialog reagiert und wurde zum ersten US-amerikanischen Energieversorger, der sich ein Netto-Null-Emissionsziel und zugleich sehr ehrgeizige mittelfristige Ziele gesetzt hat.“

Sehen Sie das vollständige Interview mit Harry Granqvist hier: https://vimeo.com/639461839/025fa82027

Zurück Im Transit steckengeblieben
Nächste Fundamentalanalyse