Max Otte über sein neues Buch: Weltsystemcrash


Stellen wir uns einen Heißluftballon vor, der zunehmend Löcher und Risse bekommt, weil das Material brüchig geworden ist. Hastig versuchen wir, die Löcher mit Klebestreifen abzudichten, während wir von unten immer schneller heiße Luft in den Ballon hineinströmen lassen.
Noch halten wir uns durch diese Behelfslösungen in der Luft. Aber lange geht das nicht mehr gut. In nicht allzu ferner Zukunft sinkt der Ballon oder stürzt rapide ab oder geht in Flammen auf. So ähnlich ist das mit der Weltwirtschaft. Und die heiße Luft ist die Liquidität, die wir in immer größerer Menge in den Ballon strömen lassen.
So treffen eine Weltordnung, die langsam zerfällt, sowie polarisierte und zerrissene Gesellschaften im Westen auf ein labiles ökonomisches System, das sich seit der Finanzkrise kaum erholt hat. Keine guten Aussichten.

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