Vom CO2-Abdruck eines Produkts und dem Sinn und Unsinn von ESG-Ratings
4. März 2021 559 Views

Vom CO2-Abdruck eines Produkts und dem Sinn und Unsinn von ESG-Ratings

Im Rahmen der neuen ESG-Regulierungen gibt es immer mehr, zumeist quantitative, ESG-Ratings. Diese sind aus unserer Sicht häufig intransparent und inkonsistent – vieles wird über einen Kamm geschoren. Es stellen sich einige grundlegende Fragen: Sollten Unternehmen aus zwar umweltschädlichen, aber notwendigen Industrien grundsätzlich ein schlechtes ESG-Rating erhalten, oder sollten Unternehmen, die sich in diesen Branchen als Vorreiter hervortun weil sie besonders in die Reduktion von Emissionen investieren, nicht eher vorteilhaft bewertet werden? – Eine grundsätzliche Verteufelung eines hohen CO2-Ausstoßes greift aus unserer Sicht zu kurz, sofern das betreffende Produkt notwendig und nicht substituierbar ist. Anstatt ganze Branchen unisono auszuschließen, sollte man viel genauer hinschauen – und zwar auf Ebene der einzelnen Unternehmen.

Beispiel Zementindustrie: Mit einem Ausstoß von weltweit 2,3 Milliarden Tonnen CO2 pro Jahr handelt es sich um eine der Branchen mit den höchsten Emissionen. Der Ausstoß entspricht in etwa einem Drittel der Emissionen aller Kraftfahrzeuge. Das ist problematisch – Unternehmen aus dieser Branche sollten dennoch nicht per se verteufelt werden.

Zement wird aus verschiedenen Rohstoffen, insbesondere Kalkstein, Ton, Eisenerz und Sand, hergestellt. Vereinfacht gesprochen werden diese zermahlen und gemischt, bevor durch einen Brennprozess Klinker, der Hauptbestandteil von Zement, entsteht. Dieser Brennprozess ist energieintensiv. Dazu setzt der Brennprozess eine chemische Reaktion in Gang, die zusätzlich CO2 freisetzt – dies lässt sich bislang auch nicht durch den Umstieg auf grüne Energiequellen vermeiden. Zement macht etwa ein Zehntel von Beton aus und fungiert quasi als Klebstoff, welcher den weit verbreiteten Baustoff zusammenhält. Zement wird so oder in ähnlicher Form bereits seit Jahrtausenden hergestellt – und hier liegt das Problem.

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