CoCo-Markt mit solidem ersten Halbjahr 2021
15. Juli 2021 1665 Views

CoCo-Markt mit solidem ersten Halbjahr 2021

Daniel Björk, Manager des Swisscanto (LU) Bond Fund Responsible COCO, äußert sich zur jüngsten Entwicklung des Markts der CoCo-Anleihen:

Frankfurt, 15. Juli 2021 – „Wir haben ein weiteres Quartal mit einer soliden Performance des CoCo-Markts gesehen. Die Credit Spreads (OAS=optionsbereinigter Spread) des ICE BofA Contingent Capital Index verengten sich im 2. Quartal 2021 um 46 Basispunkte (Bp) von 326 auf 280 Bp. CoCo-Anleihen waren aufgrund ihrer günstigen Kombination aus Rendite und Duration von den seit Jahresbeginn weltweit  schwankenden Zinsen kaum betroffen und der erwähnte Index legteim ersten Halbjahr knapp vier Prozent zu.“

Im 2. Quartal herrschte eine rege Aktivität auf dem Primärmarkt: 15 Emittenten platzierten neue CoCo-Anleihen im Markt. Die neuen CoCo-Bonds wurden von Großbanken wie der Deutschen Bank, Rabobank, Société Générale und UBS, kleineren europäischen Banken wie Jyske und Piraeus (erstmals von einer griechischen Bank), einem kleinen französischen Versicherer und einigen Schwellenländerbanken wie Emirates NBD ausgegeben. „Unserer Ansicht nach waren nur zwei der Neuemissionen attraktiver als bestehende Anleihen, weshalb wir uns nur an diesen beiden Neuemissionen beteiligten. Generell sehen wir weiterhin eine bessere Werthaltigkeit und stärkere Anleihestrukturen auf dem Sekundärmarkt“, so Björk.

Positiv ist festzustellen, dass die Ergebnisse des 1. Quartals für den europäischen Bankensektor solide waren: Die Rentabilität nahm stark zu (die Eigenkapitalrenditen stiegen von 1,9 Prozent im Geschäftsjahr 2020 auf 7,6 Prozent) und die Bilanzen waren in guter Verfassung mit einer weiterhin starken Kapitalisierung (Kernkapitalquote, CET1, von 15,6 Prozent und Leverage Ratio von 5,6 Prozent) sowie einer auf tiefem Niveau verharrenden Quote der notleidenden Kredite (NPLs) von 2,5 Prozent.

Sweetspot im Bereich der Unternehmensanleihen

Zur aktuellen Positionierung sagt Björk: „Wir konzentrieren uns weiterhin auf starke Banken und Versicherungen mit solider Rentabilität, großen Kapitalpuffern und geringeren
Bilanzrisiken. Unser Fonds bleibt in Anleihen mit höheren Kupons und kurzen und mittleren Laufzeiten übergewichtet, die bei einem hohen Carry und Roll-Down ein geringes Durationsrisiko bieten. Ebenso bleibt der Fonds in Anleihen mit niedrigeren Kupons und langer Duration untergewichtet. Das Portfolio weist derzeit eine Yield-to-Call-Rendite (YTC) von 3,0 Prozent, einen durchschnittlichen Kupon von 6,3 Prozent, einen Credit Spread von 292 Bp und eine modifizierte Duration von 3,4 Jahren auf.“

Ausblickend meint der Fondsmanager: „Insgesamt bleiben wir bei der Anlageklasse AT1/CoCo-Anleihen positiv eingestellt, da sie aufgrund ihrer vergleichsweise hohen Rendite und kurzen Duration weiterhin einen Sweetspot im Bereich der Unternehmensanleihen darstellt. Banken haben sich in der COVID-19-Krise als widerstandsfähig erwiesen und Bankgeschäfte waren bislang von den Lockdowns nicht besonders betroffen. CoCo-Bond-Investoren profitieren weiterhin von zehn Jahren intensiver Bankenregulierung, die nun zu rekordverdächtigen Kapitalpuffern geführt hat. Wir gehen davon aus, dass die CoCo-Kupons auch weiterhin durch die hohen Kapitalpuffer unterstützt werden. Der CoCo-Markt bietet eine einzigartige, attraktive Kombination aus Rendite und Duration. Innerhalb der Anlageklasse Anleihen gehören CoCo-Anleihen zu den wenigen Segmenten mit Renditen von rund drei Prozent und einer Duration von nur rund drei Jahren. Zudem sind die Credit Spreads von CoCo-Anleihen nach wie vor höher als vor der COVID-19-Krise. Anleger profitieren somit sowohl vom hohen Carry als auch der Chance auf Kapitalzuwachs.“

 

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