Swisscanto Invest – Kurzbericht Februar 2019

Swisscanto Invest – Kurzbericht Februar 2019

Schweizer Aktien fundamental stark

Konjunktur

Wichtige konjunkturelle Vorlaufindikatoren haben sich zuletzt weiter eingetrübt und signalisieren eine stärkere Wachstumsverlangsamung als bisher angenommen. Besonders ausgeprägt ist der Stimmungsabfall in der Eurozone. Anlass zu einer gewissen Zuversicht geben indes die Daten vom Arbeitsmarkt. Auch in den USA sind die Wachstumskräfte auf dem Rückzug, die Indikatoren deuten aber immer noch auf ein überdurchschnittliches Wachstum hin. Wenig Anlass zu Zuversicht geben die jüngsten Konjunkturdaten aus China. Die Regierung stemmt sich gegen die Konjunkturabkühlung, indem sie größere Steuer- und Abgabensenkungen einführen will. Die ungelöste Brexit-Frage wirkt sich je länger je mehr negativ auf die britische Wirtschaft aus, während die Wahrscheinlichkeit, dass es Ende März nicht zum Brexit kommt, von Tag zu Tag steigt.

Finanzmärkte

Die US-Notenbank kann es sich leisten, aufgrund des moderaten Inflationsdrucks eine Zinspause einzulegen. Diese zahmere Gangart der US-Geldpolitik und die Hoffnung auf eine Beilegung des Handelsstreits zwischen den USA und China verhalfen den Aktienmärkten zu einem eindrücklichen Jahresstart. Indes billigen wir den Aktienmärkten nur ein bescheidenes Kurssteigerungspotenzial zu. Durch die Verlangsamung der globalen Wirtschaft dürfte der Aufwärtsdruck auf die Anleihenrenditen nur noch moderat ausfallen.

Wachstumskräfte auf dem Rückzug

Der Aufschwung der Weltwirtschaft verliert an Kraft. Beispielsweise nähert sich die Stimmung im verarbeitenden Sektor gemäß dem Einkaufsmanagerindex dem kritischen Wert von 50 Punkten, welcher die Trennlinie zwischen Kontraktion und Expansion markiert. Der ungelöste Handelskonflikt zwischen den USA und China ist eine schwere Belastung, wirken sich die Strafzölle doch vorwiegend auf den Industriesektor negativ aus. Im Dienstleistungssektor fällt die Beurteilung der Geschäftsaktivitäten hingegen weiterhin ansprechend aus, trotz des Rückgangs im vergangenen Monat. Im Lichte dieser Entwicklungen haben wir unsere Prognose für das Wachstum der Weltwirtschaft 2019 nochmals leicht nach unten angepasst (2,9 Prozent).

Noch kaum Lichtblicke in der Eurozone

Das Konjunkturbild in Europa hat sich weiter eingetrübt. Viele Indikatoren bewegen sich auf mehrjährigen Tiefständen und eine Stabilisierung zeichnet sich noch nicht ab. Darüber hinaus spitzt sich die Lage beim Brexit weiter zu. Der offizielle Austrittstermin rückt näher, und es ist nach wie vor offen, wie die Trennung verlaufen wird. Die Unternehmen treffen Vorkehrungen, um sich für einen ungeordneten Austritt aus der Europäischen Union zu wappnen. Trotzdem erwartet der Konsensus ein Gewinnwachstum von über acht Prozent für die Eurozone. Ein Vergleich mit den anderen Regionen zeigt, dass dies relativ hoch ist und auch höher als für US-Unternehmen. Vor dem Hintergrund unserer konjunkturellen Einschätzung und angesichts der strukturellen Rahmenbedingungen, denen die Unternehmen in der Eurozone unterliegen, erachten wir die Schätzungen als zu hoch und sehen diesbezüglich Enttäuschungspotenzial.

Attraktiver Schweizer Aktienmarkt

Während der jüngsten Erholung hat sich der Schweizer Aktienmarkt besser entwickelt als der Weltindex. Dies scheint auf den ersten Blick erstaunlich, da seine Sektorstruktur defensiver Natur ist, was sich in solchen Phasen für gewöhnlich als Nachteil erweist. Auf den zweiten Blick spiegelt sich darin aber die strukturelle Stärke der Schweizer Unternehmen. Wir gehen für dieses Jahr davon aus, dass das Gewinnwachstum im Vergleich mit anderen Regionen überdurchschnittlich bleiben wird. Allerdings ist die Bewertung des Markts, gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis, relativ zur eigenen Historie und zu den anderen Märkten ebenfalls überdurchschnittlich, sodass Gewinnenttäuschungen, sofern sie denn auftreten, zu stärkeren Kursausschlägen führen können. Insofern halten wir den Markt weiterhin für attraktiv, die jüngste Erholung hat die Attraktivität aber verringert.

Renditen nur mit moderatem Aufwärtspotenzial

Die Renditen von Staatsanleihen sind Ende 2018 stark gefallen. Ein Grund dafür war eine Korrektur bei den Energiepreisen, die zu sinkenden Inflationserwartungen führte. Insbesondere der Rohölpreis dürfte sich weiter erholen, sodass die gedämpften Inflationserwartungen wieder aufwärts revidiert werden. Aus diesem Grund dürfte sich die moderate Aufwärtsbewegung der Renditen seit Anfang 2019 fortsetzen. Wir glauben jedoch, dass das Renditeanstiegspotenzial bei Staatsanleihen nicht mehr so hoch sein wird. Grund dafür ist die schwächere Konjunkturdynamik auf globaler Ebene, die sich für die kommenden Monate abzeichnet.

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